9. Greizer Museums-und Kulturnacht als Besuchermagnet

9. Greizer Museums-und Kulturnacht als Besuchermagnet

Am Freitagabend öffneten sechs Greizer Einrichtungen eine funkelnde Schatzkiste mit „Alltagsmärchen“, die den täglichen Trott für ein paar Stunden vergessen machten.

GREIZ. Groß war das Angebot von Veranstaltungen und manch einer der zahlreichen Gäste hätte sich eine Vierteilung gewünscht, um allen Events einen Besuch abzustatten. Eröffnet wurde die 9. Greizer Museums-und Kulturnacht in diesem Jahr auf dem Oberen Schloss. Bürgermeister Gerd Grüner (SPD), der wie viele andere Gäste die schöne Möglichkeit nutzte, den von Wirtschafts-und Tourismusförderer Stephan Marek geführten Shuttle-Bus zu nutzen, begrüßte die Gäste und unterstrich, dass man nach diesem ereignisreichen Frühsommer bewiesen habe, dass man nicht nur gemeinsam anpacken und zusammenhalten könne, sondern auch feiern. Besonders freue er sich, dass das vom Hochwasser stark betroffene Sommerpalais an diesem Großevent teilnehme. Eigentlich sollte am Freitag auch das Cafe` im Haus 2 des Oberen Schlosses eröffnet werden, doch der Plan sei das eine, die Realität das andere, so Herr Grüner.

Der Öffentlichkeit übergeben werde auf jeden Fall das frisch sanierte Gebäude in den nächsten Tagen, wie er avisierte. Der in Greizer Kindergärten und Grundschulen ausgerufene Wettbewerb zum Thema Alltagsmärchen habe 170 Einsendungen ergeben. Die Jury habe Maximilian Böttger, Julia Schmidt und die Igelgruppe des Kindergartens Freundschaft als Sieger gekürt. Im September finde die Preisverleihung statt. Den musikalischen Beginn gestaltete die Schleizer Cover-Band Matted, die mit Coversongs der 70er und 80er Jahre für gute Stimmung sorgte. Ein besonderes Erlebnis bot die mobile Fotobox InstaBOOTH vor der Alten Wache.

Als Erinnerung an die Kulturnacht ließen sich zahlreiche Gäste spaßige Fotos machen. Austragungs- und Spielorte der kulturellen Momente waren in diesem Jahr das Museum im Oberen Schloss und das Museum im Unteren Schloss, die Vogtlandhalle, die Bibliothek, das Greizer Sommerpalais, die Stadtkirche St. Marien sowie der Schlossturm des Oberen Schlosses. Im Großen Fürstensaal hielt Archivdirektor Hagen Rüster einen Vortrag über das Fürstentum Reuß ältere Linie in der politischen Satire; wer wollte, konnte zur blauen Stunde den Schlossturm besteigen. Märchenhaftes aus dem Reußenland bot Schauspieler Wilfried Pucher, begleitet von Stavenhagenpreisträger Gunnar Dietze (Klavier) im Weißen Saal des Unteren Schlosses. Im Innenhof musizierte das Folkprojekt Greiz mit Gerd Mallon (Violine), Ronny Kerl (Gitarre) und Antje-Gesine Marsch (Gesang), Girls in Jazz präsentierten mit Ingo Hufenbach am Piano swingende Klänge.

In der Vogtlandhalle begeisterte Schauspielerin Franziska Trögner zweimal vor hoffnungslos überfüllter Studiobühne mit ihrem Programm Hast du eben was gesagt? Nein, das war gestern. Geflüsterte Märchen wurden in der Bibliothek mit Exponaten von Häftlingen der Justizvollzugsanstalt Hohenleuben gezeigt. Oliver Polak erzählte unter dem Thema Ich darf das, ich bin Jude Geschichten aus seinem dreißigjährigen Leben. Auch der Weg ins Sommerpalais lohnte sich. Karikaturist Ralf Alex Fichtner porträtierte im Gartensaal auf Wunsch die Gäste; Ralf Dietsch unternahm im Festsaal mittels Gitarre, Mandoline und Stimme eine musikalische Zeitreise. Einen kleinen Kunstführer in den Himmel mit Gemälden vom himmlischen Geschehen offerierte in der Stadtkirche St. Marien Superintendent Andreas Görbert einem interessierten Publikum. Den Weißgeistern des Greizer Theaterherbstes konnte man ebenso überall in der Stadt begegnen. Auch kulinarisch war alles im grünen Bereich. Die Angebote reichten von köstlichen Suppen, die der Verein theArter auf dem Oberen Schloss reichte, über Deftiges vom Rost der Fleischerei Jens Welz bis hin zu raffinierter Bowle des Schlossrestaurants Harmonie und dem Renner der Saison Hugo, den der Museumsförderverein anbot.

Antje-Gesine Marsch @30.08.2013