93 Herzkissen gegen Schmerzen

93 Herzkissen gegen Schmerzen
An dieser Station erfolgt der Zuschnitt der Herzkissen.

Unter den fleißigen Händen von siebzehn Frauen entstanden am Donnerstagabend 93 Herzkissen gegen Schmerzen

GREIZ. Erschöpft, aber glücklich zeigten sich die siebzehn Frauen, die am Donnerstagabend im Schalander der Brauerei – der kurzerhand in eine Näh-Stube umfunktioniert wurde – 93 Herzkissen fertiggestellt hatten.

Die Kissen sind geformt wie ein Herz mit „Ohren“, mit buntem Baumwollstoff bezogen und kuschelweich. Dennoch: Wer es auf seinem Kopfkissen findet, hat eine Brustkrebs-Operation hinter sich.

„Die Herzkissen sind ein Geschenk – ein Symbol für Herzlichkeit und Menschlichkeit, für Hoffnung und Zuversicht. Sie sollen den betroffenen Frauen zeigen, dass sie nicht allein sind“, erklärt Initiatorin Steffi Schäfer noch einmal die Idee, ein ganz besonderes Projekt für Brustkrebspatientinnen auch in der Stadt Greiz auf den Weg zu bringen.

Vor über zehn Jahren initiierte die dänische Krankenschwester Nancy Friis-Jensen die Aktion, dieses speziell geformte Kissen „Verschenkt von Herz zu Herz“ zu verbreiten.
„Das Kissen wird unter dem Arm getragen“, zeigt Steffi Schäfer. „Es lindert Narbenschmerzen und Lymphschwellungen; erleichtert das Liegen und kann auch gut im Auto unter dem Gurt verwendet werden.“

An den drei Stationen „Ausschneiden, Nähen und Füllen“ wurde emsig gearbeitet: Als letztes schloss der sogenannte „Matratzenstich“ das Kissen. „Es darf keine harte Kante haben“, wie Steffi Schäfer demonstrierte.

„Wir hatten trotz der intensiven Arbeit eine Menge Spaß an diesem Abend“, befanden die Frauen einhellig. Nun freuen sie sich schon auf das nächste Treffen – einmal im Monat wollen die Näh-Frauen zusammenkommen.

In wenigen Tagen wird das gesamte Konvolut der Klinik für Gynäkologie der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH übergeben. „Die Schwestern nehmen die Herzkissen in Empfang und legen sie den Patientinnen nach der Operation auf das Kopfkissen,“ kündigt Steffi Schäfer bereits an.

Einen besonderen Dank sprechen die Näherinnen an Jan Popp aus, der der Näh-Gruppe nicht nur seinen Besuch abstattete, sondern auch eine Spende in Höhe von 100 Euro überreichte. Davon wird man Füllmasse kaufen. Das Innenleben der Kissen muss nicht nur weich, sondern auch bei sechzig Grad waschbar sein. In Frage kommt hierbei lediglich das sogenannte „Bauchschläferkissen Slan“ von IKEA. Ein solches Kissen kostet 3,99 Euro und dient als Füllmasse für fünf Stück. „Pro Kissen verbraucht man 110 bis 120 Gramm Vlies“, so Steffi Schäfer. Oder anders gesagt: Für eine Spende von achtzig Euro könne man einhundert Herzkissen herstellen.

Die nächste Näh-Stunde ist also abgesichert, freuen sich die fleißigen Frauen.

Antje-Gesine Marsch @05.01.2018