Kathrin Arnschek und Hendrik Klaus vom Sidecar-Racing infiziert

Kathrin Arnschek und Hendrik Klaus vom Sidecar-Racing infiziert
v.l. Ulrich Hennecke, Roland Prüfer, Kathrin Arnschek, Hendrik Klaus und Gerhard Brinckmeyer.

Kathrin Arnschek und Hendrik Klaus berichten über ihr rasantes Hobby
GREIZ. Motorsport und Bibliothek? Sicher eine ungewöhnliche, aber interessante Konstellation. So erlebt am Donnerstagabend, als der Motorsportclub Greiz seine turnusmäßige Mitgliederversammlung in der Greizer Bibliothek abhielt und sich zudem prominente Gäste eingeladen hatte: Kathrin Arnschek und Hendrik Klaus: das Sidecar-Racing-Team – auf gut Deutsch Seitenwagengespann. Die dreißgjährige Kathrin und der achtundvierzigjährige Hendrik haben sich für diesen rasanten Sport wahrlich gesucht und gefunden und bereits eine Reihe erfolgreicher Platzierungen eingefahren. “Wir leben für unser Hobby und möchten es Euch heute ein wenig näher bringen”, führte die junge Frau in die Thematik des Abends ein. Von ihrem Hobby leben können sie leider nicht, wie sie lächelnd zugeben mussten – im wahren Leben ist Kathrin als KfZ-Mechatronikerin und Hendrik als Baumaschinist tätig. Kathrin, gebürtige Greizerin, lernte ihren Partner in Stollberg/Erzgebirge kennen, wo dieser auch beheimatet ist. Dank ihres Vatis, der seit Jahren im MC Greiz aktiv ist, sei sie schon als kleines Mädchen mit Motorrädern in Berührung gekommen; hatte mit acht Jahren schon das erste Moped. Seit dem Jahr 2008 sei sie vomMotorradsport-Virus infiziert. Bereits seit Anfang der 1980er Jahre ist Hendrik auf heißen Öfen unterwegs; sechs Jahre lang fuhr er selbst Rennen. Eine längere Zeit spielte der aktive Motorsport in seinem Leben eine eher untergeordnete Rolle, bis ihn 2005 ein Freund überredete, die Rennkleidung wieder überzustreifen – er fuhr Moto-Classic-Rennen. “Ohne Verletzungen”, wie er mit einem Augenzwinkern ergänzte. Bei einem Bergrennen war der Seitenwagenfahrer ausgefallen, Hendrik sprang ein und hatte erstmals neben den 150 PS lediglich “7 Zentimeter Bodenfreiheit unterm Hintern”. Bei einem anderen Rennen hatte er sich Kathrin als Partnerin im Seitenwagen “ausgeborgt”. Da entstand auch die Idee, es einmal “anders herum” zu probieren: Kathrin wurde Pilot und Hendrik der Mann im Seitenwagen. Nach den 2013er Schwierigkeiten mit ihrem Kurzgespann – “Wir haben mehr Kilometer geschoben als gefahren” – hatte man im Folgejahr die “Kinderkrankheiten ausgetrieben” und fuhr die ersten Erfolge ein: 2014 – ADMV-Bergmeister und in der Gesamtwertung Platz 3; 2015 – ADMV-Bergmeisterschaftsdritter und Gesamtsieger, Sieger der Sächsischen Landesmeisterschaft sowie Siebter in der Gesamtplatzierung des Internationalen Deutschen Bergpreises . Nach dieser Aufzählung spendeten die Greizer Motorsportfreunde erst einmal Beifall. Das gelbe Gespann sei ein Kneeler F2 Kurzgespann, gebaut von Trevor Ireson 1978 in Swindon/England – mit einem 600 ccm Honda, erklärte Kathrin Arnschek auf Anfrage. Kneeler bedeute, dass sich der Gepannpilot auf die Knie kauern muss, über die Hände lenkt und im Heckbereich mit den Füßen bremst und die Gänge sortiert. Neben dem Lenkeinschlag könne man das Gespann durch Gewichtsverlagerung bzw. Anbremsen oder Gasgeben in der Kurve steuern. Die Gewichtsverlagerung des Beifahrers erhöht oder verringert dabei die Belastung des Seitenwagenrades. “Vertrauen ist ganz wichtig”, unterstreichen die beiden Sidecar-Racer. Trainieren ist auf einem Flugplatz in Stollberg möglich oder direkt vor einem Rennen auf der dortigen Strecke. Viele fachspezifische Fragen mussten Kathrin und Hendrik an diesem Abend noch beantworten, ehe sie eine Reihe von Rennbildern und ein Video präsentierten. Die Freunde des Greizer Motorsportclubs bedankten sich im Anschluss herzlich für den interessanten Abend. Wie Bibo-Chefin Corina Gutmann bereits avisierte, soll es noch in diesem Jahr ein Harley-Davidson-Fest geben.

Antje-Gesine Marsch @20.02.2016

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