Ausstellung „Wege finden“: Realitätssinn und Wandelbarkeit

Ausstellung "Wege finden": Realitätssinn und Wandelbarkeit
Wolfgang Dreßler offeriert eine Reihe von Gedanken.

Am Donnerstagabend wurde im kleinen Fürstensaal des Oberen Schlosses die Ausstellung „Wege finden“ von Wolfgang Dreßler eröffnet

GREIZ. Eine „vorfristige Ehrung der Stadt Greiz zum 85. Geburtstag“, nannte der Leiter der Museen der Schloss-und Residenzstadt, Rainer Koch, die Ausstellung „Wege finden“ von Wolfgang Dreßler, die seit gestern im Kleinen Fürstensaal des Oberen Schlosses zu beschauen ist.
Im Jahre 2013 hatte Dreßler den Museen eine Auswahl von 85 Arbeiten aus seinem Œuvre übergeben, von denen nun eine Auswahl von dreißig Blättern zu sehen ist. Im Beisein des Greizer Bürgermeisters Gerd Grüner (SPD) sowie einiger Künstlerkollegen Dreßlers, wie Volkmar Kühn, Bernd Hieke, Hubertus Blase und Peter Zaumseil wurde die Exposition feierlich eröffnet.

Der 1932 in Dresden geborene Wolfgang Dreßler arbeitete von 1951/1952 als Erzhauer in der Wismut in Oberschlema. In den darauffolgenden beiden Jahren absolvierte er ein Grundstudium am Institut für Lehrerbildung in Altenburg. 1966/70 schlossen sich weitere Studien in Erfurt und an der Universität in Leipzig an. Von 1970 bis 1989 führte er als Fachlehrer an der Lessingoberschule Greiz Generationen von Schülern an die Bildende Kunst heran und begeisterte sie für den Umgang mit Pinsel, Stift und Farbe.
In den Jahren 1989 bis 1998 arbeitete Wolfgang Dreßler als Kunsterzieher am Staatlichen Gymnasium in Greiz. Als sich nach der Wende die Möglichkeit des Reisens eröffnete, zog es ihn bald in die weite Welt: Rom und Venedig, Jerusalem oder die malerische Schweiz.
Man muss dazu wissen, dass er ein passionierter Wanderer und Bergsteiger ist und im Jahre 1992 den Mont Blanc bestieg.
Seit seinem beruflichen Ruhestand widmete sich der Studienrat noch intensiver seinen persönlichen künstlerischen Neigungen. Er nutzte die Vielfalt der grafischen Techniken, um seine Gedanken, Eindrücke und Emotionen zu Papier zu bringen.
Die lebendigen künstlerischen Auseinandersetzungen mit seiner Umgebung dokumentieren die „Greizer Impressionen“ und zahlreiche Landschaften, Portraits sowie Arbeiten zu politischen und religiösen Themen. Reisen nach Israel und Ägypten, nach Rom, Venedig, Wien und New York sowie die Besteigung des Mont Blanc und andere Bergtouren in den Alpen beeinflussten ihn in seinem künstlerischen Wirken nachhaltig.
Sein Wirken im Rahmen des Kunstkreises „Grüner Punkt“ in Schleiz und die zahlreichen Ausstellungen der letzten Jahre reflektieren Dreßlers großes kulturelles Engagement. Anerkennung hat sich Wolfgang Dreßler in vielen Jahren erworben – als Künstler, Maler und Grafiker, als realitätsbezogener schöngeistiger Mensch mit festen Wurzeln in seiner Thüringer Heimat, als Freund der natürlichen und urbanen Umwelt.

In seiner Laudatio beleuchtete Volker Müller, der die Vernissage auch mit virtuosen Klarinettenklängen umrahmte, Leben und Werk des „überzeugten Wahl-Greizers“. Dabei überschrieb er seine Betrachungern mit „Realitätssinn und Wandelbarkeit“. Was Müller besonders beeindruckt: „Dreßler hält sich nicht für einen Rembrandt oder van Gogh. Er sagt immer: Ich kann alles gestalten – im Rahmen meiner Möglichkeiten.“ Dreßler sei „kein schneller Maler“, fertige spontan zwar Skizzen an, doch könne es lange dauern, bis die Komposition so weit ausgereift sei, dass man mit dem Bild beginnen könne. Das sei ein „mühsamer wie spannender Prozess“, zudem nun auch „der Kunstverstand ins Spiel kommt“. Dabei ging der Greizer Journalist und Autor auf verschiedene Arbeiten besonders ein, etwa die in Öl/Acryl gemalte „Lebensspirale“ in kräftigem Orange und Schwarz. Dreßler bediene sich der Kunst auch, um „mit persönlichen Problemen ins Reine zu kommen“.

Abschließend offerierte Wolfgang Dreßler einige persönliche, philosophische Gedanken, die in der Erkenntnis gipfelten: „Ein einzelnes Bild kann ich irgendwann fertigstellen – mit der Kunst kann ich nicht abschließen.“

Antje-Gesine Marsch @11.08.2017

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