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Suchet der Stadt Bestes

Bürgermedaille der Stadt Greiz in Silber für Winfried Arenhövel und Rudolf Kuhl
Die beiden Geehrten: Rudolf Kuhl (l.) und Winfried Arenhövel bekamen die Bürgermedaille der Stadt Greiz in Silber verliehen

Feststunde anlässlich der Übergabe der Bürgermedaille der Stadt Greiz in Silber an Winfried Arenhövel und Rudolf Kuhl

GREIZ. “Suchet der Stadt Bestes!” Mit diesen über 2500 Jahre alten Worten des Propheten Jeremia eröffnete Dr. Uwe Grüning die Laudatio für Winfried Arenhövel, der ebenso wie Rudolf “Ruby” Kuhl am Sonnabendvormittag im Greizer Rathaussaal mit der Bürgermedaille der Stadt Greiz in Silber geehrt wurde. Im Beisein des Bürgermeisters der Stadt Greiz, Gerd Grüner (SPD), des Vorsitzenden des Stadtrates, Dr. Andreas Hemmann (SPD), der Landrätin des Landkreises Greiz, Martina Schweinsburg (CDU), Vertretern des Stadtrates und geladener Gäste fand die Feststunde statt, die vom Streichtrio der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach mit Sergej Synelnikow, Peter Manz und Artashes Stamboltsyan musikalisch umrahmt wurde.
In die heutige Zeit übertragen sollte man den biblischen Satz vielleicht so wiedergeben: “Suchet das Wohl der Stadt, suchet ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden.” Dass Winfried Arenhövel und Rudolf Kuhl Persönlichkeiten sind, die sich um das Wohl und das Ansehen der Stadt verdient gemacht haben und aus dem kulturell-gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken sind, unterstrich Bürgermeister Grüner in seinen Begrüßungsworten. Seit dem Jahr 1993 werden verdiente Bürger mit dieser Auszeichnung geehrt; bisher wurde die Medaille in Silber vierzehn Mal vergeben, die Goldene zwei Mal. Aufgrund der Vorschlage von Irmengart Müller-Uri, selbst Bürgermedaillenträgerin, und Stadtratsmitglied Harald Seidel wurden die beiden Greizer durch einen Stadtratsbeschluss für die Ehrung bestimmt. Winfried Arenhövel, Musiker der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach zeichne sich vor allem durch sein musikalisches Engagement aus, das Theaterspiel in Legefeld, seine Arbeit als Schriftsteller und seine äußerungen zum gesellschaftlichen Leben. Grüner erinnerte dabei an die Rede vom 3. Oktober 1990, die zugleich “Erinnerung und Mahnung” war.
Dr. Uwe Grüning ging auf die Kreise ein, die Arenhövels Leben zudem begleiten: die Familie – die große Arenhövel-Sippe, wie er sie liebevoll nennt -, das Engagement in der Katholischen Gemeinde als Mitglied und Chorleiter und den großen Freundeskreis. Arenhövel habe seit dem Jahr 1974 seinen Lebensmittelpunkt in Greiz gefunden und hier die wichtigsten und schöpferischsten Jahre seines Lebens verbracht. Die Laudatio für Rudolf Kuhl verlas Karsten Schaarschmidt. Ruby sei im Jahr 1989, als er die erste angemeldete und genehmigte Privat-Demonstration initiierte, über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt geworden. Ehrenzeichen sind nicht seine Sache, wie Schaarschmidt hervorhob. Doch wenn sie einer verdiene, gehöre er dazu. Kuhl habe mit seiner bedingungslosen Ehrlichkeit die Stadt geprägt. Ob als Mitbegründer der Jazzformation media nox, als Stadtrat in der Zeit von 1990 bis 1999, als Projektmanager des Greizer Theaterherbstes von 1999 bis 2007 oder als Künstlerischer Leiter des JazzWerks bis zum vergangenen Jahr:
Seine Arbeit wirkt bis heute nach, so Schaarschmidt. Für Winfried Arenhövel ist die hohe Auszeichnung Motivation, sich auch weiterhin um den Glanz der Perle des Vogtlandes zu bemühen, wie er in seinen Dankesworten unterstrich, die zugleich eine Bitte beinhalteten: Im kommenden Jahr begehe man den 100. Geburtstag von Elly-Viola Nahmmacher. Seit zwanzig Jahren verwalten er und seine Frau Margarita das künstlerische Erbe der Greizer Bildhauerin; etwa 2500 Werke seien bereits inventarisiert. Bitte ehren Sie die große christliche Künstlerin gebührend, legte Arenhövel den Stadtoberen ans Herz. Die beiden Geehrten bedankten sich bei ihren Ehefrauen, Familien und Freunden für die gewährte Unterstützung. Auch bei den Wegbegleitern, brachte Rudolf Kuhl in Erinnerung an seinen langjährigen Freund Günter Ullmann (1946-2009) zum Ausdruck. Kuhl, der gestand, dass er mit den Gängeleien und der Verlogenheit in der DDR nicht mehr leben wollte und alles aus innerem Antrieb heraus tat, verband mit seinen Dankesworten auch ein Statement. Er finde es unglaublich, dass es in Deutschland noch Atomwaffen gebe und unvorstellbar, dass die braune Brut wieder im Aufwind sei.
Im Anschluss schrieben sich Arenhövel und Kuhl in das Goldene Buch der Stadt Greiz ein.

Antje-Gesine Marsch @18.03.2012

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