»Dankeschön«: Gelungene Veranstaltung der KiTa »Käte Duncker« Greiz

Gelungene Veranstaltung der KiTa »Käte Duncker«
Danke war das Motto der KiTa-Veranstaltung Foto: BSG/tr

Hochwasserhelfern wurde gedankt. Kindergarten soll schöner erstrahlen als vorher
GREIZ. Zur Dankeschön«-Veranstaltung wurde man am Freitag Nachmittag am Eingang der Kindertagesstätte Käte Duncker« in Greiz-Aubachtal mit Sekt begrüßt. Leiterin Mandy Winter und ihrem 12-köpfigen Team war die Freude anzusehen, den zahlreichen Helferinnen und Helfern anlässlich der Hochwasserkatastrophe vom ersten Juni-Wochenende 2013 nun etwas zurückgeben zu können. Viele Ideen und Mühe hatte das Team mit den 84 betreuten Kindern umgesetzt, um gemeinsam einen unbeschwerten Nachmittag und Abend verbringen zu können. Und das war ihnen gelungen.

Präsentation erinnert an die zahlreichen Helfer. Kulturprogramm und Kuchen versüßen das Dankeschön
Auf dem Weg in den Garten konnte man sich anhand einer Präsentation über den Beamer nochmals ansehen, was das Hochwasser am 3. Juni 2013 angerichtet hatte. Kindergärtnerin Kristin Albert wollte mit dieser Präsentation zeigen, wie viele Helferinnen und Helfer durch persönlichen Einsatz oder durch Sach- bzw. Geldspenden die städtische Kindereinrichtung letztlich unterstützt hatten. Und diese Liste war lang, sehr lang. Sie reichte vom deutschlandweit bekannten Sänger Mark Medlock (nebst Fan ´s) bis zu Einrichtungen der Lebenshilfe Nürnberg. Auch die Spendenhöhe erreichte z.T. Beträge, die wohl keiner für möglich gehalten hätte.
Erst kürzlich hatten Vertreter der Thüringer Wohnungswirtschaft 30.000 Euro Spendenmittel an die Stadt Greiz übergeben. Der Grafiker Thomas Müller ging einen anderen Weg: Statt Geld spendete er Ideen und entwickelte mit seinem Greizer Büro däseinsschmiede.de ein neues Raumnutzungskonzept bzgl. ohnehin geplanter Umbaumaßnahmen. Die Spenden ermöglichen es der Kindereinrichtung unter anderem, die lange erhoffte neue Küche umzusetzen. Spendenmittel der Deutschen Post AG werden hierzu vom Greizer Möbelhaus Hierold nochmals aufgestockt. Die Präsentation wurde von Kristin Albert erbeten, um sie auch in diesen Beitrag einzubinden. Geplant ist, sie zeitverzögert auch in diesen Beitrag vorzustellen. Denn jede Hilfeleistung ist es wert, in Erinnerung gehalten und gewürdigt zu werden.
Nachdem Eltern und Gäste Platz genommen hatten, starteten die Kinder auf der kleinen Bühne ihr Kulturprogramm. Am Anfang mussten sie noch dem einen oder anderen Elternteil zuwinken. Nach Einsetzen der Musik waren die Kinder jedoch voll bei der Sache und sangen mit Begeisterung die einstudierten Lieder. Nach diesem Auftritt versüßten dann selbstgebackene Kuchen und Kaffee den Nachmittag, während auf der Bühne ein Duo Lieder vortrug und auch dabei die Kinder eingebunden wurden. Im Verlauf des Nachmittags traten die ebenfalls zu den Spendern gehörende Tanzgruppe Corleone« aus Kleinreinsdorf (Höhepunkt: der Cancan) sowie vier Tänzerinnen der «Line Dancers« aus Pößneck auf. Grüße von Pößnecks Bürgermeister Michael Modde (Freie Wähler) überbrachte der Bandleader der Saitensprung«-Band aus Pößneck, die mit handgemachter Musik den Gästen einheizten. Von ihm wurden später die Gäste animiert, die von der Pößnecker Fleischerei Weise zur Verfügung gestellten je 300 Steaks und Roster genussvoll zu verputzen. Statt kostenfrei zu schlemmen, nutzen die Gäste jedoch nochmals diese Gelegenheit, der Kindereinrichtung pro Steak bzw. Roster weiteres Geld zur Verfügung zu stellen. Die von Doreen Horlbeck gebackene Torte avancierte zuvor ebenfalls zum Versteigerungsobjekt.

Greizer Bürgermeister beweist Humor bei Tortenversteigerung. Torte zum Verzehr an die Helfer gestiftet.
Viele Greizer Helfer waren eingeladen und gern der Einladung gefolgt. Aus der Nachbarschaft waren Henny und Siegfried Wieder da, welche u.a. eingesetzte Feuerwehrleute beköstigt hatten. Christine Kappert vertrat den Verband für Behinderte Greiz e.V., Andre Neubert die Projekt-Transfer-Gesellschaft für berufliche Weiterbildung GmbH«, in Greiz besser bekannt als ProTeGe. Der Katastrophenschutzzug des Kyffhäuser-kreises traf aufgrund des Freitagsverkehrs auf der A4 etwas verspätet ein. Ebenso der Greizer Bürgermeister Gerd Grüner (SPD), der sich von einem anderen Termin freigemacht hatte. Gerade rechtzeitig, denn nun sollte die oben genannte Torte versteigert werden. Der Moderator auf der Bühne startete mit einem Gebot von 2.-Euro, was Eltern und vor allem die Feuerwehrleute aus Nordthüringen schnell in die Höhe trieben.
Bei unter 20.-Euro stagnierten die Gebote kurz, bis der Moderator darauf verwies, dass es ein Gebot von 20.-Euro aus der ´linken Ecke ´ gibt«, in dem er lachend auf das links von der Bühne stehende Stadtoberhaupt verwies. Ich war abgelenkt«, betonte Gerd Grüner schmunzelnd, der tatsächlich in ein Gespräch vertieft war und seine Hand wohl eher unbewusst gehoben hatte. Das war jedoch offensichtlich die Initialzündung, denn nun boten Eltern und Feuerwehrleute im Euro-Takt mit. Mit 23.-€‚¬ hielt Grüner diesmal bewusst dagegen, wobei dies die Feuerwehrleute nochmals anstachelte. Bei über 25.-Euro kam aus den Reihen der Zuschauer der Ruf Der Bürgermeister soll die Torte ersteigern«, worauf Gerd Grüner in Richtung des Kyffhäuser Kat-Schutz-Zuges ermunterte: Machen Sie ruhig weiter, ich halte dagegen«. Letztlich bekam der Bürgermeister tatsächlich bei 30,00 Euro den Zuschlag für die Torte.
Will jetzt jemand auch mein Geld?« fragte er in die Runde, als er nach der Versteigerung mit den Geldscheinen in der Hand an der Bühne stand und sich scheinbar niemand für den erzielten Erlös interessierte. Tatsächlich war jedoch Mandy Winter nur unterwegs, um die transparente Kasse« (eine durchsichtige Plastikschüssel) zu holen. Nachdem das Greizer Stadtoberhaupt seinen Einsatz bezahlt hatte, wurde er auf die Bühne gebeten. Dort versicherte er nicht nur in das Mikrofon, dass alle Zielspenden für den Kindergarten auch hier eingesetzt werden«. Viele Maßnahmen bedürfen noch eines Planungsvorlaufes oder bautechnischer Gegebenheiten (z.B. Trockenlegung), bevor sie umgesetzt werden können. Auf Nachfrage zum bereits genannten Projekt von Thomas Müller versicherte er, dass die Umsetzung dieser Vorschläge mit Hilfe der Spendenmittel derzeit geprüft werde. Anspruch der Stadt als Träger ist es, dass es die Kinder nach so viel ärger doppelt so schön haben wie vorher«, so formulierte es die zuständige Sachgebietsleiterin Renate Jung gegenüber der Lokalredaktion der Tageszeitung. Zugleich nutzte Gerd Grüner auf der Bühne die Möglichkeit, an dieser Stelle allen Helferinnen und Helfern, allen Spenderinnen und Spendern meinen persönlichen Dank auszusprechen«. In diesem Sinne stiftete der Greizer Bürgermeister die eben ersteigerte Torte zum Verzehr an die anwesenden Helfer, die tatsächlich sehr lecker schmeckte Kompliment an Doreen Horlbeck!

Däseinschmiede stellt Nutzungskonzept vor. Sowohl für Innen- als auch Außenbereich gibt es interessante Ideen.
Am späteren Nachmittag stellte Thomas Müller das von seinem Büro däseinschmiede.de erstellte Nutzungskonzept den interessierten Eltern und Gästen vor. Diese hatten dabei einige Aha-Effekte, denn selbst von den Eltern wussten viele nicht, dass der rechte Flügel ursprünglich eine Baracke aus Betonfertigteilen für Garagen war. Laut Mandy Winter hat die Stadt Greiz als Träger ohnehin bauliche Maßnahmen geplant, so u.a. die Umgestaltung der Waschräume. Bei einigen Ideen, wie z.B. das räumliche Verlegen der Küche (für die Sach- und Geldspenden vorliegen) an die rechte Außenwand, räumten Eltern wie Erzieherinnen ein, dass man aus Betriebsblindheit so wohl nicht auf diese Idee gekommen wäre und der Blick von außen manchmal ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigt«. Für Lieferanten wie auch für den Kindergartenbetrieb wäre diese Raumaufteilung eine echte Erleichterung.

Im Innenbereich könnte unter anderem der Eingangsbereich umgestaltet werden. Der Zugang würde laut Nutzungskonzept künftig vom Gartenbereich aus erfolgen, wo dann unmittelbar Garderoben und Sitzplätze angeordnet werden könnte. Dann müssen nicht mehr 60 Kinder und Eltern durch den Eingangsbereich bis an die Gruppenräume laufen. Speziell bei dem nun herbstlichen Wetter würde dies die Verschmutzung deutlich reduzieren« zeigte Thomas Müller die Vorteile dieses Raumaufteilungskonzeptes auf. Eine neue Tür für diesen Eingangsbereich habe die Firma WERTBAU aus Daßlitz in Aussicht gestellt, informierte KiTa-Leiterin Mandy Winter bei der Vorstellung. Daneben zeigt die Planung eine offene Raumtrennung durch Glaselemente«, d.h. der Garderobenbereich wäre auch zum übrigen Innenbereich getrennt. Damit könnte im Innenbereich (der heutigen Eingangszone) mit Balkenelementen ein Erlebnisbereich« speziell als Schlechtwettervariante verwirklicht werden. Insgesamt stieß das von Thomas Müller vorgestellte Konzept auf reges Interesse der Eltern. Bleibt zu hoffen, dass speziell die an die Stadt Greiz gerichteten Zielspenden es ermöglichen, die eine oder andere gute Idee dieses Konzeptes im Rahmen der ohnehin notwendigen Sanierungsmaßnahmen umzusetzen. Die laufenden Sanierungsmaßnahmen zur Beseitigung der Hochwasserschäden wurden unter anderem unterstützt durch Teilnehmer eine ProTeGe-Maßnahme.
Für den Außenbereich sieht das Nutzungskonzept unter anderem künftig die Einbindung des Holzhäuschens vor, an dem seit dem Hochwasser Teilnehmer einer Maßnahme der Akademie für Wirtschaft und Technologie (AWT) Greiz arbeiten. Sie schleifen fleißig die Holzelemente und machen Türen wie Fenster gangbar. Der Träger hat inzwischen das Dach neu eindecken lassen« informierte Mandy Winter im Rahmen einer kleinen Außenbesichtigung. Im Nutzungskonzept von Thomas Müller findet man für diesen überdachten Bereich den Begriff Entdeckerzentrum Natur und Umwelt/Apotheke«, d.h. auch dieses Gebäude soll sinnvoll in das Außennutzungskonzept integriert werden. Keine schlechte Idee, wie wir finden.
Bürgerstiftung Greiz i.G. regt an, Wasserelemente aus den Zielspenden mit zu finanzieren.
Das sich das Erzieherkollektiv schon länger Wasserspiele oder eine Matschecke im Garten wünscht, weiß die in Gründung befindliche Bürgerstiftung Greiz aus den Kontakten im Rahmen der Frühjahrsputz-Aktion Gemeinsam geht ´s besser«. Schon damals war man in Kindergarten Feuer und Flamme, das Element Wasser (ähnlich wie in einem Erfurter Kindergarten) in die tägliche Arbeit einzubeziehen. Thomas Müller hat diesen Wunsch planerisch umgesetzt, in dem sich im Nutzungskonzept hinter dem o.g. Entdeckerzentrum« die Begriffe Wasserspiele/Matschecke« wiederfinden. Aktuell ist dieser Teil des Gartens ungenutzt, auch er war völlig überschwemmt. Aber zuvor sah es hier ein bisschen aus wie Friedhof, die betongefassten Rabatten hatten optisch und von der Bepflanzung her für die Kinder nichts anziehendes« berichtet Mandy Winter während der Außenbesichtigung. Mit einer möglichen Umgestaltung zur Matschecke würde sich das Entdeckerumfeld der Kinder im Außenbereich nochmals deutlich erweitern. Wir könnten uns vorstellen, die bei uns eingegangenen Zielspenden von fast 8.000 Euro zur Umsetzung dieses Wunsches mit einzusetzen« macht Torsten Röder, als Koordinator der Bürgerstiftung Greiz i.G. anwesend, Hoffnung auf eine Realisierung. Wir müssen das intern noch beschließen. Für viele Zielspender wäre damit jedoch erreicht, dass der Begriff ´Wasser ´ für die Kinder nicht mit negativen Ereignissen besetzt ist« zieht Röder die Analogie zum eigentlichen Spendenanlass, dem Hochwasser Anfang Juni 2013 in Greiz. Bei der Bürgerstiftung Greiz ist man sich sicher, dass die zahlreichen Zielspender dies ebenso sehen.
Mit dem Stichwort Hochwasserhilfe Greiz können Spenden noch bis Ende September auf das Spendenkonto 143013011 bei der Commerzbank Dresden (BLZ 85080000) geleistet werden. Etwaige Zielspenden sollten dabei per E-Mail (info@buergerstiftung-greiz.de) oder über das Kontaktformular der Website www.buergerstiftung-greiz.de mitgeteilt werden. Hilfreich sind dabei auch die Adressdaten, damit ab Oktober begonnen werden kann, die Spendenbescheinigungen korrekt zu versenden. Telefonisch ist die Bürgerstiftung Greiz i.G. unter 03661/458 9090 bzw. 0173/1694952 erreichbar.


BS Greiz @30.08.2013