Eine Musikshow der Superlative – die 8. Musikgala der Schalmeien

Eine Musikshow der Superlative - die 8. Musikgala der Schalmeien

Ganz Kleinreinsdorf stand Kopf

Eine Musikshow der Superlative - die 8. Musikgala der Schalmeien
Viel Spaß und Freude bereitete den Kleinreinsdorfern und ihren Gästen die 8. Musikgala der Schalmeien.
KLEINREINSDORF. Rappelvoll am Nachmittag und brechend voll noch um Mitternacht – das Festzelt i am Sonnabend anlässlich der 8. Musikgala der Schalmeien. Ein Dorf wird auf den Kopf gestellt und alle machen mit – so kann man wohl die Rahmenbedingungen umschreiben, die die Kleinreinsdorfer Schalmeien und der Turnverein mit der Musikgala der Schalmeien, die alle zwei Jahre stattfinden setzen. In Kleinreinsdorf steppte der Bär, da brannte die Luft und die Gäste tanzten auf den Tischen. Eine Umschreibung eines Schalmeienmusikfestes, das wohl seinesgleichen in der Region sucht. 300 Schalmeienmusikanten aus acht verschiedenen Kapellen, davon drei die zum ersten Mal in Kleinreinsdorf auftraten – ein Musikfest der besonderen Art und das über acht Stunden bei nicht gerade einladendem Wetter. Der guten Laune der Festgäste hat das keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil! Wie drückte das der Braumeister i.R. der Greizer Vereinsbrauerei, Dr. Peter Wächter, so treffend aus: Man kann es nicht beschreiben, man muss es erlebt haben. Und da waren sich die Gäste und Besucher in gleicher Weise einig. Gäste aus Sachsen, Thüringen, Bayern, ja selbst aus dem Schwarzwald waren nach Kleinreinsdorf gepilgert, um dieses Schalmeienfest zu erleben. Doch auch internationale Besucher konnten die Kleinreinsdorfer begrüßen, die übrigens mit dem TV Kleinreinsdorf ihr 125-jähriges Vereinsjubiläum feierten. So saß ein Ehepaar aus Montreal (Kanada) unter den Besuchern und war voll des Lobes über dieses Schalmeienfest und seine Organisation. Erstaunlich mit welchem Engagement die Einwohner dieses Fest stemmen, mit welchem Schwung sie die vielen Gäste immer wieder begeistern und mitreißen können, mit welcher Organisation sie all die kleinen und großen Aufgaben meistern, die ein solches Fest mit sich bringen. Hut ab und einen herzlichen Dank muss man ihnen als Besucher dieses außergewöhnlichen Events zurufen, mit der Bitte verbunden Weiter so!
Natürlich waren es die Kleinreinsdorfer Schalmeien des Turnvereins, die diese Musikgala gekonnt und mit viel Schwung eröffneten. Schwebten sie doch mit dem Chanson von Reinhard Mey Über den Wolken in das Festzelt ein und landeten sauber auf der großen Bühne, um dann mit den Toten Hosen und dem Song An Tagen wie diesen an große sportliche Ereignisse der vergangenen Zeit zu erinnern. Silvia Pöhler und Friedhard Bauch, die beiden sympathischen Moderatoren dieses großen Abends, führten mit viel Humor und Charme über das lange Programm dieses Festivals, gaben dabei so manche Anekdote zum Besten, aber auch eine ganze Menge Informationen zu den einzelnen Klangkörpern und ihrer Geschichte. Mit dabei waren natürlich auch die Kleinreinsdorfer Tanzgruppen, angefangen bei den Tanzzwergen, über die Kindertanzgruppe, die Jugendtanzgruppe bis hin zu den Großen, der Tanzgruppe Corleone, die alle mit beachtlichen tänzerischen Leistungen auf sich aufmerksam machten, das Programm gekonnt und sehr zum Vergnügen der Gäste im Festzelt auflockerten und natürlich damit die Stimmung unter den Gästen voran trieben. Erinnert sei hier nur an das Phantom der Oper, Michael Jackson oder auch die große farbenfrohe Samba im Schlussbild dieser Musikgala mit den Kleinreinsdorfer Schalmeien zusammen. Natürlich zeigten die Musiker auch ihre komödiantische Ader. Dabei hatten die Blues Brothers mit Jens und Aike die Lacher auf ihrer Seite und das Festzelt tobte. Und natürlich durfte auch im ersten Block dieser Musikgala das Fliegerlied nicht fehlen, so dass schon zu diesem Zeitpunkt die ersten Gäste auf die Tische und Bänke stiegen und mit Begeisterung dabei waren.
Aus der Geraer Ecke grüßten dann die Musiker der Schalmeienkapelle Saara, die sind schon ein fester Bestandteil dieser Musikgala mit ihren schmissigen Melodien. Von Rock, Pop und Schlager, über gängige Melodien und Gassenhauer, bis hin zu Märschen sowie heimatlichen Liedern und Klängen war alles dabei und ließ die Festgäste im Zelt oftmals mitsingen und mitschunkeln. Und das galt genauso für den Auftritt der Schalmeienkapelle Kauern, die ja gleich um die Ecke von Kleinreinsdorf zu Hause sind. Auch sie sind schon lange in Kleinreinsdorf dabei und können immer wieder die Zuhörer im Festzelt begeistern. Einen ganz besonderen Akzent setzten die Musiker der Milkauer Schalmeien, die man in Kleinreinsdorf zum ersten Mal begrüßen konnte. Flotte und schmissige Melodien zauberten sie aus ihren Instrumenten, sauber akzentuiert und dabei immer in Kontakt mit dem Publikum. Der Ort liegt im tiefsten Sachsen zwischen Rochlitz und Mittweida. Sie hatten es eben drauf, die Konzertgäste mitzureißen.
Über die Schalmeienkapelle Thierbach, sie kommen aus der Nähe der Erdachsstadt Pausa im Vogtland und deren Qualitäten zu sprechen, hieße Eulen nach Athen tragen. Es gab kein Halten mehr, als sie in das Festzelt einmarschierten und das Bad in der Menge genossen. Allerdings war es auch eine Ohrenweide, sie und ihre flotten Melodien zu hören.
Gleich aus der Nachbarschaft war es die Schalmeienkapelle Neugernsdorf, die ihre musikalische Visitenkarte auf der großen Bühne im Festzelt abgab. Interessant, dass sie ein Susaphon, ein selten zu sehendes Blasinstrument im Konzert der Schalmeien mit sich führen und natürlich damit besonders aufgefallen sind. Doch auch ihr musikalisches Können begeisterte die Festgäste, die erfolgreich ein DACAPO forderten. Eine weite Anreise hatte die Schalmeienkapelle Großolbersdorf, die Schillis ausn Arzgebirg wie sie sich selbst liebevoll nennen. Großolbersdorf liegt im tiefsten Erzgebirge in der Nähe von Marienberg. Dementsprechend hatten sie auch die Arzgebirgsche Gemütlichkeit mitgebracht, konnten aber genauso mit hinreißenden und bekannten Melodien begeistern. Auch sie waren zum ersten Mal in Kleinreinsdorf dabei und wurden für ihren Auftritt mit sehr viel Beifall belohnt.
Der nächste Gast, die Schalmeienzunft Hartmannsdorf, das liegt in der unmittelbaren Nachbarschaft zu Chemnitz, war ebenfalls neu im Kleinreinsdorfer Programm. Auch sie verstanden es mit viel Witz, Charme und Humor die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen und zum Beifall zu animieren, wobei Dacapo und Zugabe aus dem Kreis der Festgäste im Zelt immer wieder zu hören waren. Zu dem Zeitpunkt war der vorgesehene Zeitplan allerdings schon längst überschritten und nur noch Makulatur. Gestört hat das allerdings keinen! Warteten doch alle gespannt auf das große Finale dieses Abends. Den Schlusspunkt der 8. Musikgala der Schalmeien setzten die Kleinreinsdorfer Schalmeien mit ihrem musikalischen Frontmann Friedhard Bauch, der an diesem Abend zu Hochform auflief und seine Musikanten zu Höchstleitungen trieb. Das Publikum im Festzelt tobte, stand auf den Tischen sowie Bänken und animierte die Musiker auf der Bühne zu einem fulminanten Spiel. Und als dann die Percussiongruppe der Kleinreinsdorfer Schalmeien, also die Rhythmus- und Radaubude des Orchesters, zum Safari-Duo antrat, da brannten im Zelt sämtliche Sicherungen durch und ließen bei den Konzertgästen alle Dämme brechen. Eine insgesamt tolle Show, die 8. Musikgala der Schalmeien in Kleinreinsdorf, die sicher allen Beteiligten und Gästen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Eine Show, die mit dem musikalischen Kehraus am Sonntagmittag einen weiteren Höhepunkt erlebte. Waren es doch hier der Turnverein Kleinreinsdorf, die Kleinreinsdorfer Schalmeien, die Schalmeienkapelle Kamsdorf und die Schalmeienkapelle Rüdersdorf, die die Gäste im Festzelt über 4 Stunden begeisterten und mit dem großen Schlussbild der drei Schalmeienkapellen dieses Tages die Emotionen noch einmal hoch leben ließ.
Ein Dank all denen, die durch ihr Engagement sowie ihren Einsatz vor und hinter den Kulissen, diese 8 Musikgala der Schalmeien in Kleinreinsdorf möglich machten. Ein Dank aber auch an das Bekenntnis aller Kleinreinsdorfer Bürger zu ihrem Ort, zu ihrem Leben in der ländlichen Gemeinschaft und zu ihren Traditionen. Möge das uns allen noch lange erhalten bleiben.
Peter Reichardt @29.06.2013