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Lebe Deinen Traum

Elli H. Radinger - Mein Leben unter Wölfen
Elli H. Radinger referierte zu ihrem Leben mit Wölfen

Elli H. Radinger sprach im Greizer Bücherwurm vor zahlreichen Interessierten über ihre Wolfsforschungen

GREIZ. Wölfe küsst man nicht. Auch wenn der Kuss eines Wolfes der Beginn des neuen Lebens von Elli H. Radinger war. Am Donnerstagabend referierte die Wetzlarer Autorin in der Buchhandlung Bücherwurm – zu ihrem Leben unter wilden Wölfen, stellte einige ihrer Bände vor und berichtete in Bild und Ton über ihre Arbeit mit den Tieren. Was brachte eine Rechtsanwältin dazu, ihren Job hinzuwerfen und dieses Leben zu wählen? Elli H. Radinger hat vor Jahren ihren Traum zum Beruf gemacht; dabei ist sie ganz nebenbei bei den Wölfen in die Lehre gegangen und hat alles von ihnen gelernt, was man für das Leben so braucht: Strategie, Kommunikation, Loyalität, aber auch Neugier, Geduld und Liebe. Die Wölfe sind uns gar nicht so unähnlich – liebevolle Familienmitglieder, autoritäre aber gerechte Leittiere, mitfühlende Helfer, durchgeknallte Teenager und alberne Spaßvögel, sagt die Autorin zahlreicher Fachbücher.

Die unabhängige Wolfsforscherin ging in einem erfrischenden Vortrag der Frage nach, ob der Wolf nun eine reißende Bestie oder ein unverstandener Einzelgänger ist und was sie dazu trieb, quer durch das Land zu reisen, um ihre Erfahrungen mit Wölfen der breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Der NABU Kreisverband Gera-Greiz e.V. organisierte gemeinsam mit der Buchhandlung Bücherwurm , Zölle-Reisen, Steiniger-Versicherungen sowie dem Menü-und Partyservice Böttcher diese Multi-Media-Lesung und hatte dazu weitere NABU Wolfs-Experten und solche, die es vielleicht werden wollen, eingeladen.

Eigentlich bin ich nicht dafür, Wölfe zu knutschen, lachte die sympathische Frau und erzählte, wie es zu dem Titelfoto ihres Bandes Wolfsküsse kam. Das Foto sei im Wildpark Lüneburger Heide von ihrer Freundin Tanja Askani aufgenommen worden und man habe den Wolf mit Käse bestochen. Wölfe lieben Gouda, so Elli Radinger.
Vor ihrer Tätigkeit als Wolfsforscherin war die 61-Jährige als Stewardess tätig. So berichtete sie, dass sie damals im Servicebereich Flugbegleitung arbeitete, wo man statt blauer rote Kappen trug. Ich war schon damals Rotkäppchen, lange bevor ich wusste, dass ich einmal mit Wölfen arbeiten würde.

Elli Radinger beschäftigte sich einige Jahre im Wolf Park Indiana mit Gehegewölfen und betrieb zu deren Verhalten akribische Forschungen. Gehegewölfe benehmen sich absolut wolfsuntypisch, wie Frau Radinger betonte. Der Wunsch, endlich freilebende Wölfe zu sehen, wurde immer stärker in ihr.. Seit 1995 arbeitet die mutige Frau in Montana, im Yellowstone-Nationalpark. Wölfe sind sehr familienorientiert, wie sie heute weiß. Es gibt keine Patchworkfamilien, Lebensabschnittspartner oder Altenheime. Wölfe konzentrieren sich auf das Wesentliche, alle arbeiten zusammen für das Wohl der Familie und es findet eine ständige Kommunikation statt. Vielleicht ein Lebens-Rezept?

Wölfe küsst man nicht ist zwar ein Fachbuch mit persönlichen Bezügen, doch möchte Elli H. Radinger auch eine Botschaft mitgeben: Lebe Dein Leben, lass Dich durch nichts von Deinem Ziel abbringen.
Dem Referat der Autorin folgte noch eine angeregte Diskussion mit den interessierten Veranstaltungsgästen.

Antje-Gesine Marsch @15.11.2012

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