Engagierte Greizer rücken Ida-Höhe in den Fokus

Engagierte Greizer rücken Ida-Höhe in den Fokus
Jörg Metzner ist einer der engagierten Greizer, die eine ganz besondere Aktion vorbereiten.

Durch das Engagement fünf engagierter Greizer soll das Denkmal für den letzten regierenden Fürsten Heinrich XXII. auf der Ida-Höhe durch ein Kleinod verschönt werden

GREIZ. Dem Engagement einiger geschichtsinteressierter, traditionsbewusster und kompetenter Greizer ist es zu verdanken, dass ein Projekt auf den Weg gebracht wird, das sicher nicht nur für große Beachtung sorgen wird, sondern an dem die Bürger der Stadt Greiz auch aktiv mitwirken können.

„Es handelt sich um eine reine Privatinitiative“, verrät Jörg Metzner, der auch gleich Details nennt: „In unserer Stadt gibt es derzeit nichts Personifiziertes, was an unseren letzten regierenden Fürsten, Heinrich XXII. Reuß Ältere Linie erinnert.“

So kam Jörg Metzner, Rainer Koch, Hagen Rüster, Sven Michael Klein und Dr. Christian Espig eine zündende Idee: Genau einhundertdrei Jahre ist es her, dass auf der Ida-Höhe ein Denkmal für den letzten regierenden Fürsten, Heinrich XXII. Reuß Ältere Linie gesetzt wurde.
Unter reger Anteilnahme der Greizer Bevölkerung wurde es am 19. April 1914 feierlich eingeweiht. Die Stadt schmückte sich dazu sogar mit Fahnen.
Parkdirektor Rudolph Reinecken hatte im Jahr 1876 mit der parkmäßigen Ausgestaltung des Weges entlang des Tales der „Elften Stunde“ begonnen. Ganz im Sinne der Romantik ließ er dort ein kleines Tal ausgestalten, dessen Weg zur Ida-Höhe führte. Auf einem Aufstieg über eine Brücke aus Birkenstämmen und Stiegen gelangte man zu einem der schönsten Aussichtspunkte von Greiz, den schon der Fürst und seine Gattin Ida so liebten.
Zwölf Jahre nach dessen Todestag setzten ihm seine Kinder Heinrich XXIV., Ida, Emma, Marie und Hermine hier ein Denkmal. Für die Errichtung des steinernen Monuments ließ Rudolph Reinecken Findlingsblöcke vom Klingenstein herbeischaffen, in deren größten ein Bronzebildnis des Fürsten eingelassen wurde. Der künstlerische Entwurf des Denkmals stammte vom Ehrenmitglied des Vereins für Greizer Geschichte, Oberhofmarschall Alfred Titz von Titzenhofer. Das Gedächtnismal in Form einer einfachen Steinpyramide wurde recht bescheiden und schlicht gestaltet und wirkte dabei doch malerisch und würdevoll. Noch ahnten die Teilnehmer des festlichen Weiheaktes am 19. April 1914 nicht, dass wenige Wochen später der 1. Weltkrieg hereinbrechen würde, der etwa 17 Millionen Opfer forderte.

Das Medaillon mit dem Konterfei des Fürsten verschwand dann wohl in den Wirren der beiden Weltkriege. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es durch eine bescheidene, inzwischen längst verwitterte Variante aus Kunstsein ersetzt, die eine Strophe des Goethe-Gedichtes „Über allen Gipfeln ist Ruh‘“ enthielt.

Dieses Medaillon soll nun durch ein Bild Heinrich XXII. ersetzt werden, um den Kreis an dieser Stelle zu schließen. „Anhand einer originalen Fotografie haben wir das Oval mit dem Porträt des nach rechts schauenden Fürsten vergrößert, so dass wir ungefähr wissen, wie es aussah“, erklärt dazu Jörg Metzner.
Auch eine Münze dient als Vorlage für den Entwurf. Damit betraut wurde Steinmetzmeister Alexander Brock, der sich vor Ort alles anschaute, konzipierte und einen Kostenvoranschlag erstellte. Der Materialwert sollte eher gering gehalten werden; das Antlitz des Fürsten wird in einen witterungsbeständigen Naturstein gehauen.
Etwa 3000 Euro wird die Fertigung kosten – ein Betrag, der nun privat finanziert werden muss. „In der Ausstellung ‚Prunk und Pracht‘, die derzeit im Unteren Schloss zu sehen ist, wurde bereits eine Sammelbüchse aufgestellt“, wie Jörg Metzner informiert.

Begrüßen würden es die fünf Initiatoren, wenn die Bürger finanziell einen Beitrag leisten würden. Das Spendenkonto des Fördervereins der Museen der Schloss-und Residenzstadt kann für Einzahlungen genutzt werden.
„Sicher ist diese Erinnerung an den Fürsten nur im kleinen Stil möglich, doch uns ist es ganz wichtig, auch kommenden Generationen etwas Bleibendes zu hinterlassen“, nennt Jörg Metzner das Ansinnen.

Besondere Freude zeigt Jörg Metzner darüber, dass auch der ThüringenForst, hier vor allem Revierförsterin Bärbel Rudert, behiflich ist, das Areal der Ida-Höhe mit zu pflegen. Noch heute können Wanderer auf einer Bankgruppe am Denkmal Rast halten. Der einst so schöne Blick auf das Obere Schloss ist immer noch derselbe – zumal die Sichtachse freigelegt wurde. „Dafür gebührt den Mitarbeitern des Forstes unser Dank“, so Jörg Metzner.

Zwar noch Zukunftsmusik, aber fest im Blick der Engagierten, ist der Wunsch, die „Elfte Stunde“ wieder in den einstigen, gepflegten Zustand zurückzuversetzen und so eine schöne Verbindung zum Fürstlich Greizer Park zu schaffen. „Vielleicht wäre das sogar eine Idee für angehende Landschaftsarchitekten“, kann sich Jörg Metzner vorstellen.

Info:
Spenden für das Medaillon mit dem Antlitz Fürst Heinrich XXII. Reuß Ältere Linie auf der Ida-Höhe

Vereinskonto Förderverein Museen der Schloss-und Residenzstadt Greiz
IBAN: DE40 8305 0000 0000 6168 69
BIC: HELADEF1GER

Antje-Gesine Marsch @07.10.2017

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