Eröffnung des Schadensparcours im Fürstlich Greizer Park

An fünf markanten Stellen des Greizer Parks wurden Infotafeln aufgestellt, die das ganze Ausmaß des Hochwassers zeigen


GREIZ. „Fürstlich Greizer Park soll er nunmehr heißen“, verkündete der Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus am Dienstagvormittag, als er zum Pressegespräch einlud, das einen Zwischenstand über die Beseitigung der Hochwasserschäden geben sollte. Mit der neuen Bezeichnung würde das Ensemble mit Landschaftspark und Sommerpalais, das von nationaler Bedeutsamkeit ist, noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.
Der Stiftungsdirektor lobte die Solidarität, die thüringen-und sogar bundesweit zu Spenden führte. 108000 Euro seien schon zusammengekommen, gegeben von über neunhundert Menschen. Herzlich begrüßte der Stiftungsdirektor neben MdB Volkmar Vogel (CDU) und MdL Dirk Bergner (FDP) auch Dr. Ulf Merbold, den Astronauten mit „Greizer Wurzeln“, der mit ihm gemeinsam einen Schadensparcours an fünf markanten Stellen eröffnete. Infotafeln geben am Parkeingang beginnend Auskunft über das Ausmaß der Hochwasserschäden von Anfang Juni. Der Begriff Schadensparcours sei eine Wortfindung der Stiftung, so Prof. Paulus augenzwinkernd. Durch die Dokumentionen könne der Besucher die Ereignisse verständlich nachvollziehen. Der Parcours führt in den Pleasureground, zum Blumengarten am Sommerpalais in Richtung Pinetum, dem ältesten Teil des Parks. Es sei am meisten betroffen; derzeit auf Sicherheitsgründen auch nicht betretbar, so Paulus. Den letzten Schadensbereich sieht man nur von fern: die Luftbrücke und das Areal um die Seufzerallee mit ihren alten Linden. Im Sommerpalais müssen besonders die Feuchteschäden, die man erst jetzt in vollem Ausmaß im Gartensaal und Flur erkennt, beseitigt werden.
Der prächtige Zustand, den das Ensemble zur Saisoneröffnung am 9. Mai hatte, werde auf jeden Fall wiederhergestellt, versprach Paulus, gleichwohl wissend, dass es ein langer, schwerer Weg sein würde, die avisierten 2,6 Mio. Euro Schaden in dieser stattlichen Summe zu erwirtschaften. Er dankte vor allem Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) und Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) für die unbürokratische und tatkräftige Hilfe. In die Kette des stattlichen Fan-Clubs, wie der Stiftungsdirektor die Spender freundlich bezeichnete, reihte er auch die Greizer EFA-Elektro GmbH ein, die sich für die Beleuchtung des Parks verantwortlich zeichnete, sowie Fürst Reuß zu Köstritz, der seinen Gerätepark samt Personal zur Verfügung stellte. Besonders freute sich Prof. Paulus, dass dem Park fortan wieder die Stunde schlägt. Die geliebte Blumenuhr, die durch das Hochwasser völlig verwüstet wurde, ist frisch bepflanzt und das Uhrwerk, das man zwar retten konnte, aber trotzdem im Büro unter Wasser stand, funktioniert bestens. Auch dem Parkverwalter Christian Lentz sprach Prof. Paulus seinen großen Dank aus. Sie und Ihre Mannschaft haben alles so schön hingezaubert. Eine Spende in Höhe von 3193,50 Euro übergab der Freundeskreis Kunstsammlungen Gotha e.V. durch seinen Vorsitzenden, Jochen Peter; 1500 Euro spendete die EFA Elektro GmbH Greiz.
Wie Prof. Paulus verriet, werde man der Überlegung nachgehen, die Saisoneröffnung 2016 an gleicher Stelle wie im Vorjahr zu zelebrieren. Das sei zwar nicht üblich, aber aufgrund der Geschehnisse durchaus denkbar.

Antje-Gesine Marsch @15.07.2013

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