Gäste sollen bestens informiert werden

Gäste sollen bestens informiert werden
Die Leiterin der Tourist-Info Corinna Zill (l.) und Mitarbeiterin Elke Gremer präsentieren Infomaterial.

Aus der vielfältigen Arbeit der Tourist-Information Greiz im Unteren Schloss Greiz
GREIZ. Die Tourist-Information im Unteren Schloss ist nicht nur der erste Anlaufpunkt für viele Gäste, die das fürstlich vogtländische Greiz besuchen, sondern auch für Wanderer aus ganz Deutschland. Das sagte die Leiterin, Corinna Zill im Gespräch.

Frau Zill, die Tourist-Information Greiz erkennt man am großen roten “I” auf weißem Grund, was hat es damit auf sich?

Corinna Zill: Es handelt sich dabei um die “i – Marke”, ein Qualitätssiegel, das der Deutsche Tourismusverband seit dem Jahr 2006 vergibt. Alle drei Jahre wird man auf ‚Herz und Nieren‘ geprüft, muss fünfzehn Mindestkriterien erfüllen. Auch ein Mystery Check, also ein Unbekannter, der die Dinge aus der Sicht des Gastes betrachtet, gehörte zur Klassifizierung.

Die Tourist-Info, früher sagte man auch Greiz-Information oder Fremdenverkehrsamt, hat ja schon eine längere Geschichte.

Corinna Zill: Ja, bereits im Jahr 1983 erkannte man in der Stadt Greiz, dass es einen Bedarf gibt. Auf dem Burgplatz 4 öffnete ein Büro seine Pforten, ein Jahr später zog dieses auf den Markt 13 um. Seit 1990 fand die Greiz-Information in der Alten Wache ihr Domizil, drei Jahre später übernahm man die Räumlichkeiten im Unteren Schloss, die uns heute als Büro dienen. Seit 9. Mai 2006 findet man die Tourist-Info im Eingangsbereich zur Textilen Schauwerkstatt.

Können Sie einige Dinge zum Tätigkeits-und Angebotsspektrum der Tourist-Info sagen?

Corinna Zill: Gern. Wir sehen uns als zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um die Stadt und die Museen. Wenn man bedenkt, dass uns seit dem Jahr 2006 im Schnitt jährlich 24.400 Menschen aufsuchen, kann man sich vielleicht vorstellen, wie gut frequentiert die Tourist-Info ist. Dabei erkennen wir zwei Tendenzen: Gäste, die die Stadt als Kulturstandort mit ihren drei Schlössern und zahlreichen Veranstaltungen sehen und dazu informiert werden wollen und zum anderen Wanderer, die viele Fragen zu Routen oder Wegen, wie beispielsweise dem Elsterperlenweg haben, und oft einige Tage in unserer Stadt bleiben wollen. Die Tätigkeit, die ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen Elke Grämer und Jacqueline Bräunlich ausführe, gliedert sich in den Backoffice-und Frontoffice-Bereich. Im Frontoffice präsentieren wir den Gästen unser komplettes touristisches Programm – entweder im persönlichen Gespräch, telefonisch oder per E-Mail. Etwa 450 Briefe bzw. Mails werden pro Jahr von uns verschickt. Wir unterbreiten den Interessierten Programmvorschläge, stellen kostenloses Infomaterial zur Verfügung, vermitteln die Beherbergung und empfehlen auch, wo man gut essen gehen kann. Zudem spielt der Verkaufsbereich eine große Rolle: Wir bieten Postkarten an, Regionalliteratur oder Tickets für die verschiedensten Veranstaltungen, insbesondere für die Vogtlandhalle. 878 verkaufte Tickets waren es im Vorjahr. Auch Kinokarten oder Tickets für den Bäderkomplex gehören zum Angebot. Dass wir im Zeitalter der elektronischen Nachrichtenübermittlung etwa 2000 Postkarten jährlich veräußern, ist sicher erwähnenswert. Sehr gern erworben wird Literatur über das Fürstenhaus Reuß Älterer Linie, auch die sogenannten Souvenirs, die wir in ihrer Vielfalt offerieren. Der Backoffice-Bereich beinhaltet all das, was der Besucher nicht sieht: etwa die Aktualisierung der Greizer Internetseite, inklusive Veranstaltungskalender und Vereinsverzeichnis; die Beschaffung von kostenfreiem Werbematerial, die Arbeit mit dem Reservierungssystem THÜRIS (ab 2016: Thüringen buchen); die Planung touristischer Publikationen; verschiedene Zuarbeiten für regionale und überregionale Portale, das Amtsblatt und das Landkreisjournal; die Organisation der Museums-und Kulturnacht und des Tages des offenen Denkmals oder die Schulung der Greizer Gästeführer – um nur einige Aufgaben zu nennen.

Apropos Gästeführer. Die Führungen unterschiedlicher Art nehmen in der Arbeit der Tourist-Info auch einen bedeutenden Stellenwert ein.

Corinna Zill. Ja, die klassischen Führungen durch die Stadt stehen ganz oben in der Gunst unserer Gäste. Ebenso Schloss-, Neustadt- und Vogtlandhallenführungen oder Rundgänge durch den Fürstlich Greizer Park. Gefragt sind auch die Rundgänge mit der “Freyfrau von Groytz” oder der “Vogtländerin” in historischer Tracht. Im letzten Jahr konnten wir bei 287 Führungen 5165 Gäste begrüßen. Was wir feststellen: der Trend entwickelt sich immer mehr zu Führungen im kleineren Rahmen, bspw. einer Familienfeier oder eines Studientreffens, also im individuellen Bereich.

Haben Sie vielleicht noch einige statistische Daten parat?

Corinna Zill: Ja, wir können resümieren, dass im Jahr 2015 insbesondere Gäste aus Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern unsere Tourist-Info aufsuchten. Auch internationale Besucher begrüßten wir – hier führen das Ranking Gäste aus den Niederlanden, den USA und China – an-. Die Übernachtungszahlen erlebten im Vorjahr einen leichten Aufwärtstrend: Mit Stand November 2015 gab es 7707 Ankünfte in der Stadt; 14.667 Gäste übernachteten hier. Anzumerken sei hier, dass sich die Zahlen auf die Leistungsträger mit mehr als 10 Betten beziehen, da diese zur Meldung ihrer Übernachtungszahlen an das Thüringer Landesamt für Statistik verpflichtet sind. Durchaus liegt die Zahl der Übernachtungen weit höher, da wir in Greiz über eine respektable Menge von kleineren Pensionen und Ferienwohnungen verfügen.

Mit welchen Partnern arbeiten Sie primär zusammen?

Corinna Zill: Wir arbeiten natürlich mit allen Institutionen, Veranstaltern und Vereinen unserer Stadt gut zusammen, auch mit dem Landratsamt Greiz und dem Tourismusverband Vogtland. Gern fungieren wir auch als Ansprechpartner für die Leistungsträger, wie Hotels, Gaststätten oder Pensionen. Dahingehend wäre eine Optimierung der Kooperation sicher denkbar. Uns liegt viel daran, dass deren Häuser voll sind.

In der Tourist-Info herrscht immer reger Betrieb. Gab es auch schon Begegnungen der besonderen Art?

Corinna Zill: Ja, vor meiner Kollegin Elke Grämer stand einmal Ilja Richter. Sie war sich zunächst nicht ganz sicher, ob er es wirklich ist, da er etwas “rundlicher und grauer” war, als sie ihn aus dem Fernsehen kannte. Erst als er nach den Verkaufszahlen seiner am Abend in der Vogtlandhalle Greiz stattfindenen Veranstaltung fragte, wusste sie: Ja, das ist er. Gern begrüßen wir unseren Greizer Ehrenbürger, Dr. Ulf Merbold, in der Tourist-Info, der sich immer freundlich und aufgeschlossen zeigt.

Was steht auf Ihrer Agenda für dieses Jahr?

Corinna Zill: Wir wollen auch weiterhin in hoher Qualität unsere Gäste freundlich und kompetent informieren, mit den Einrichtungen und Vereinen der Stadt Greiz gut zusammenarbeiten und Schritt für Schritt das neue Marketingkonzept der Stadt umsetzen. Auf eine besondere Stadtführung möchte ich bereits hinweisen. Am 28. Mai wird es “Kreuz und Quer durch eine Stadt, die Ecken und Kanten hat” gehen. Man darf bereits gespannt sein, was sich die Stadtführer und mein Team dazu einfallen ließen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch. Für Ihre Arbeit weiterhin alles Gute!

Das Interview führte Antje-Gesine Marsch @23.02.2016

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