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Gemeinschaftsjagd ging Schwarzkitteln an den Kragen

Gemeinschaftsjagd ging Schwarzkitteln an den Kragen

Dem geschossenen Wild wurde nach dem Strecke legen die waidmännischen Ehren mit den Hornsignalen erwiesen. Foto: Peter Reichardt

Jäger, Treiber und Hundeführer des Landesjagdbezirkes Gommla und Daßlitz/Nitschareuth gingen bei der Gemeinschaftsjagd gemeinsam dem Waidwerk nach

GOMMLA. Es war zwar nicht die Hubertusjagd im traditionellen Sinn, denn dann hätte sie am 3. November, dem Namenstag des heiligen Hubertus und Schutzpatron der Jäger stattfinden müssen.
Doch die Gesellschaftsjagdsaison 2016/17 sieht in den nächsten Wochen 19 Treibjagden im Fortstamtsbezirk Weida vor, wobei die gemeinsame Ansitzdrückjagd des Landesjagdbezirkes Gommla sowie der Gemeinschaftsjagdbezirke Daßlitz und Nitschareuth am vergangenen Wochenende schon eine gute Tradition ist.
Schon zum 22. Mal rückte man den Schwarzkitteln und Rehen gemeinsam auf den Leib, während das Rotwild in diesem Jahr die Jäger nicht fürchten musste, da der Abschussplan beim Rotwild bereits erfüllt sei – so Karsten Schröder, der Weidaer Forstamtsleiter, bei der Freigabe des zu bejagenden Wildes.
Rund 60 Jäger, Hundeführer sowie Treiber waren zur Jagd im Gommlaer Forst zusammen gekommen, um dem edlen Waidwerk nachzugehen, den Wildschweinen sowie dem Rehwild auf den Leib zu rücken und damit Natur- und Artenschutz im wahrsten Sinne des Wortes direkt zu verwirklichen.

Ganz zu schweigen davon, dass auch die Wildschäden in der Land- und Fortstwirtschaft damit eingedämmt werden können. Interessant, dass auch eine ganze Anzahl Jäger aus anderen Bundesländern in Gommla mit dabei waren und sich lobend zur Organisation der Jagd, als auch der lanschaftlichen Gegebenheiten des Jagdreviers äußerten.
Gilt es doch, durch den Wildabschuss das Gleichgewicht zwischen Fauna und Flora in Wald und Flur zu erhalten. Insbesondere ging es um die Bejagung der Schwarzkittel ( der Wildschweine ), die in dieser Ansitzdrückjagd mit 11 Stück, teilweise recht kapitale Tiere zu Buche schlugen.

Aber auch Rehwildbestände müssen bejagt werden, um den natürlichen Waldumbau nicht durch Verbissschäden zu gefährden. Und letztendlich muss auch der jährliche Zuwachs des Wildbestandes abgeschöpft werden, den sicher schon mancher Feischmecker als leckeren Weihnachtsbraten vor sich sieht.

Rund 600 ha Fläche, die das bejagte Gebiet umfasst, brachte die Treiber ganz schön ins Schwitzen. Erstreckte sich doch das bejagte Gebiet von der Ortslage Gommla, über den Röschnitzgrund, bis an die Ortslagen von Daßlitz und Nitschareuth, in dem einige Höhenmeter zu überwinden waren. Die gemeinsam organisierte Jagd begann mit dem Hornsignal „Aufbruch zur Jagd“.
Danach wurde das Wild in seinen Einständen aufgestöbert und in Bewegung gebracht. Wie schon gesagt, waren auch Jagdgäste aus anderen Bundesländern, neben denen der Region, mit von der Partie und zeigten sich beeindruckt von der Landschaft des mittleren Elstertales sowie der Freundlichkeit seiner Bewohner.
Ganz zu schweigen von der hervorragenden Organisation dieser Gemeinschaftsjagd, die in den Händen von Revierförster Uwe Ruder lag. Auch ein nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Faktor bei der touristischen Erschließung und Vermarktung des Vogtlandes.
Die Strecke, die an der Jagdhütte im Gommlaer Forts gelegt wurde, zeigte den Erfolg dieser Gemeinschaftsjagd. 11 Wildschweine sowie 8 Stück Rehwild seien ein sehr zufriedenstellender Abschusserfolg dieser Gemeinschaftsjagd – so Karsten Schröder. Er dankte allen Beteiligten, ob Jäger, Treiber oder Hundeführer, für den gezeigten Einsatz, als auch für die Bewahrung waidmännischer Traditionen in der Region.

Doch erst einmal galt es, das geschossene Wild waidmännisch korrekt aufzubrechen und der Strecke die waidmännischen Ehren zu erweisen. Mit dem Hornsignal „Sau tot“ sowie „Reh tot“, geblasen von den Jagdhornbläsern, sowie dem Überreichen des Schützenbruches mit dem Gruß „Waidmanns Heil“ an die erfolgreichen Schützen dieser Gemeinschaftsjagd, wurde man dem waidmännischen Brauch und der Tradition gerecht.

Mit der Bewahrung des jagdlichen Brauchtums haben die Waidmänner und -frauen dieser Gemeinschaftsjagd unter Beweis gestellt, dass Jagdausübung nicht nur Schießen auf das Wild sei, sondern auch Hege und aktiver Naturschutz – so der Fortstamtsleiter Karsten Schröder. Mit dem Signal „ Jagd vorbei und Halali“ wurde die Gemeinschaftsjagd des Hegeringes Daßlitz in den Mittagsstunden beendet.

Doch auch das Schüsseltreiben, das Jagdessen am Abend, durfte nicht fehlen. Dazu traf man sich im Gasthof „Drei Schwanen“ in Wildetaube, wo man so manches Latein des edlen Waidwerkes hören konnte und auch manches Schmunzeln bei dieser oder jener Anekdote nicht zu verkneifen war.
Aber auch den Schüsseln wurde kräftig zugesprochen, hatten doch die Mitarbeiter des Gasthofes „Drei Schwanen“ ihre ganze Ehre darein gelegt.

Peter Reichardt @25.11.2016

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