Greizer Gymnasiasten „machen sich einen Kopf“

Greizer Gymnasiasten "machen sich einen Kopf"
Die Neuntklässler des Kurses Darstellen und Gestalten am Ulf-Merbold-Gymnasium präsentieren im Friseurgeschäft "Haarscharf" eine Perücken-Schau - mit viel Kreativität setzten die Schüler ihre gestalterischen Ideen um.

Im Frisiersalon „Haarscharf“ von Claudia Scheffel-Kaul kann man vier Wochen lang „Haariges“ in der Kunst entdecken
GREIZ. „Im Salon gibt es so schöne Tische, da kam mir die Idee hier auszustellen“, erklärte Heike Seifert, Pädagogin am Ulf-Merbold-Gymnasium, warum ausgerechnet in einem Friseursalon Kunstwerke von Schülern präsentiert werden. Nach dem Projekt „Lichter für Greiz“ in der Rudolf-Breitscheid-Straße, das die Kunst-AG initiierte und der Inhaberin des Friseursalons „Haarscharf“ in der Mollbergstraße, Claudia Scheffel-Kaul gut gefiel, nahm die Idee dann Gestalt an. Seit Montag kann man in deren Geschäft Plastiken und Bilder betrachten, die Schüler des Gymnasiums unter dem Thema „Sich einen Kopf machen“ anfertigten. Die Sechstklässler wurden grafisch unter dem Thema „Sich in den Haaren haben“ kreativ, während die Siebtklässler vor allem kinetische Figuren anfertigten. Farbarbeiten höherer Jahrgänge runden die kleine Exposition ab. Zur Vernissage am Montagabend sprach Heike Seifert zunächst über den hohen Symbolwert von Haaren. „Es spielt in vielen alten Mythen und Legenden eine zentrale Rolle als Quelle von Stärke, auch Schwäche und galt sogar als Sitz der Seele“, wie Frau Seifert ausführte. Auch biete die bildende Kunst viele Bezüge zum Thema Haar, wobei sie insbesondere Botticelli und seine, von goldenem Haar umrankten Frauengesichter oder Andy Warhol, der sein eigenes Haar mit blonden und silbergrauen Perücken ersetzte, als Beispiele nannte. Eine gelungene Überraschung boten die Neuntklässler des Kurses Darstellen und Gestalten unter Leitung von Pädagogin Cornelia Schütte – eine exzentrische Schau mit Perücken, die aus Alltagsmaterialien, wie Mülltüten, Klorollen oder sogar Nudeln kunstvoll und vor allem originell gefertigt wurden. Gut gelaunt präsentierten sich die Models auf dem Catwalk und erhielten von den Gästen – darunter auch Schulleiter Jens Dietzsch und Lehrerinnen des Gymnasiums – manches Lächeln und herzlichen Applaus. Sechstklässlerin Isabel stellte in einem Kurzvortrag zudem die Haarkunst im Wandel der Geschichte vor. Heike Seifert, selbst zufriedene Kundin des Salons, bedankte sich bei allen Mitwirkenden, vor allem bei Claudia Scheffel-Kaul, die ihre Räumlichkeiten vier Wochen lang als Ausstellungsfläche zur Verfügung stellt – natürlich bei laufendem Friseurbetrieb. Den Kundinnen und Kunden wird die kleine Schau sicher gefallen – vielleicht entnehmen sie sogar die ein oder andere Anregung für ein kreatives Styling.

Antje-Gesine Marsch @13.05.2014

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