Greizer Parkfreunde luden zur öffentlichen Mitgliederversammlung ein

Greizer Parkfreunde luden zur öffentlichen Mitgliederversammlung ein
Der stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises Greizer Park e.V., Dr. Christian Wonitzki (l.) hat eine Power Point-Präsentation erstellt.

Im Mittelpunkt der öffentlichen Mitgliederversammlung standen eine Power Point – Präsentation und einige Neuigkeiten aus dem Fürstlich Greizer Park

GREIZ. Der im Januar 2011 gegründete Verein „Freundeskreis Greizer Park e.V.“ hat sich seit nunmehr fast sieben Jahren als höchste Aufgabe gestellt, den Fürstlich Greizer Park als kulturelles Erbe der Schloss-und Residenzstadt und der Region zu bewahren.

Am Mittwochabend lud der Freundeskreis zur öffentlichen Mitgliederversammlung in den „Holzwurm“ ein.
Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand eine Power-Point-Präsentation, die von Dr. Christian Wonitzki und Uwe Jakob erarbeitet wurde. Historisches und gegenwärtiges Bild-und Kartenmaterial fand in den Vortrag ebenso Einzug, wie die umfassenden Erläuterungen und geschichtlich unterlegten Fakten, die Dr. Wonitzki zu Gehör brachte. Dabei striff er die gesamte Entwicklung des Greizer Parks und ging besonders auf dessen Alleinstellungsmerkmal ein: Die perfekte Verbindung von Kunst und Natur. „Je mehr man sich mit dem Greizer Park beschäftigt, desto mehr Neues tut sich auf“, wie Dr. Wonitzki zugab.

Die Anfänge der Greizer Parkanlage gehen auf einen im Jahr 1650 angelegten Lustgarten zurück. Im Zuge der Erbauung des Sommerpalais (1769-79) erfolgte die Neugestaltung der barocken Anlage. Im Jahr 1799 trat die Weiße Elster über ihre Ufer und vernichtete große Teile des Parks, um 1800 wurde er zunächst im landschaftlichen Stil wieder hergerichtet. Die Pläne zur Umgestaltung bezogen auch den „Binsenteich“, den heutigen Parksee mit ein. Durch eine Entschädigungszahlung – an der Ostseite des Parks wurde die Trasse der Sächsisch-Thüringischen Bahn entlang geleitet – wurde die Anstellung eines Planers möglich, wobei die Wahl auf Carl Eduard Petzold fiel. Auch die Umgestaltung des Binsenteiches war nunmehr in Auftrag gegeben – mit den Ausführungen der Planungen wurde im Jahr 1873 – durch eine Anstellung als Hofgärtner durch Fürst Heinrich XXII. – Rudolph Reinecken beauftragt. Später zum Garteninspektor befördert, wurde Reinecken 1920 vom neu gegründeten Land Thüringen übernommen, bis er 1923 nach 50-jähriger Dienstzeit in den Ruhestand trat.
Nachdem der Park zu DDR-Zeiten als Lenin-Park bekannt war, ging er nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1994 an die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten über.

Im Jahr 2013 hatte man das Ziel der Wiederherstellung nach historischem Vorbild erreicht – dann kam das verheerende Hochwasser. Ob es Langzeitschäden gibt, könne man noch nicht genau sagen, wie Dr. Christian Wonitzki ausführte. Gab man nach dem Hochwasser des Jahres 1954 60.000 Mark für die Beseitigung der Schäden aus, war es nach 2013 über eine Million Euro.
Der Freundeskreis Greizer Park brachte dabei seinen Unmut zum Ausdruck, dass alle geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen dem Fürstlich Greizer Park – wie er seit 2013 heißt – nichts bringen. Die Anlage soll als Retentionsfläche vorgehalten werden.
„Da stellt sich die Frage: Sollen wir das so hinnehmen?“, fragte der Vereinsvorsitzende, Mario Walther.

Er nannte aber auch prägnante Dinge, die der Freundeskreis seit seiner Gründung auf den Weg brachte: Etwa Expertenführungen durch den Park, Vogelstimmenführungen, das Stiften dreier Parkbänke, Fahrradständer am Eingang oder die kürzlich erfolgte Beschilderung von fünfzehn Bäumen mit Basisinformationen und QR-Code. Auch eine Internetseite, die ständig aktualisiert wird, ging vor einem Jahr an den Start.

Schwerpunkt der nächsten Jahre wird die Entschlämmung des Binsenteichs (Parksees) sein, der vom Fischereiverein Goldene Aue gepachtet wurde, informierte Mario Walther.
Auch das leidige Thema „WC“ im Fürstlich Greizer Park kam auf den Tisch. Viele Gespräche mit der Stiftung gab es bereits – doch vorerst ist die Planung für eine öffentliche Toilette im Parkgewächshaus nicht in Sicht. „Eine alternative Lösung muss dennoch geschaffen werden“, betonte der Vereinsvorsitzende.

Positiv beurteilte Mario Walther den Wegebau nach historischem Vorbild, die fast vollendete Errichtung der vorderen Seufzerbrücke, die geplante Sanierung der Zisterne der Fürstenquelle und die Ufersicherungsarbeiten. Derzeit erarbeite die Stiftung eine Schadenskartierung der 1,9 Kilometer langen Uferlinie. Der Eichentorso nahe des Sommerpalais soll eine Nachbepflanzung erfahren.

Auch der Eingangsbereich des Fürstlich Greizer Parks, der als BUGA-Begleitprojekt im Jahr 2007 entstand, wurde von Mario Walther kritisch angesprochen. Eigentümer des vorderen Teils ist die Stadt Greiz – jeder Eigentümer ist für die Pflege wirtschaftlich selbst verantwortlich. In Zeiten klammer Stadtkassen sei die Gestaltung des Eingangsbereiches eher als „unschön und ärgerlich“ zu beurteilen, wie der Vereinsvorsitzende befindet. Bereits vor zehn Jahren sollte seitens der Stadt Greiz das Areal an die Stiftung abgegeben werden. „Wir hoffen auf eine baldige Lösung“ – so Mario Walther; zudem der Parkbesucher die Hintergründe nicht kenne und lediglich die Ungepflegtheit sehe.

Info:
Verein „Freundeskreis Greizer Park e.V.“
PF 1161
07961 Greiz
E-Mail: post@greizer-parkfreunde.de

Antje-Gesine Marsch @10.11.2017

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