Ringen: Greizer Nachwuchs gewinnt mitteldeutsche Vereinswertung

Thüringer Meisterschaften im Freistil in Oldisleben

Voller Erfolg für die jungen Sportler des RSV Rotation Greiz

Thüringer Meisterschaften im Freistil in Oldisleben
Lucas Hanke (im blauen Trikot bei einem früheren Kampf) sicherte sich mit einer ausgezeichneten Leistung auch die zweite mitteldeutsche Meisterschaft in diesem Jahr.

WERDAU/GREIZ. Die mitteldeutschen Meisterschaften im Freistilringen der Altersklassen Jugend C und D in Werdau wurden ein voller Erfolg für die jungen Sportler des RSV Rotation Greiz. Die Greizer gingen mit acht Sportlern an den Start und konnte in der Vereinswertung mit 28 Punkten den ersten Platz belegen. Auf den Plätzen folgten Thalheim (13 Aktive /26 Punkte), Lugau (6/21), Luftfahrt Berlin (8/20), PSV Rostock (5/20), KSV Witten (6/19) und die Überraschungsmannschaft vom SV Dresden-Mitte (6/19). Insgesamt starteten 38 Vereine aus neun Bundesländern. Der Vorsprung der Greizer war nicht sehr groß, hätte aber sogar noch etwas deutlicher ausfallen können, wenn der Einsatz von Moritz Schlehahn nicht auf Grund einer leichten Armverletzung unmöglich gewesen wäre. Dafür war diesmal der im griechisch-römischen Stil vermisste Franz Dinger an Bord.
In der Länderwertung gab es einen Erfolg mit klarem Vorsprung für Sachsen (158 Punkte) vor Sachsen-Anhalt (52). Den dritten Platz teilten sich Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern mit je 40 Zählern. Apolda (5), Jena (4) und Zella-Mehlis (3) steuerten die restlichen Punkte bei.

C-Jugend:Ibrahim Galamatov und Lucas Hanke sind Doppelmeister
Die mitteldeutschen Meisterschaften, die richtigerweise als ostdeutsche Meisterschaften bezeichnet werden müssten, sind der Saisonhöhepunkt für die C- und D- Jugendlichen. Bei den C-Jugendlichen starteten sechs Greizer. Ibrahim Galamatov (29 kg) und Lucas Hanke (31 kg) konnten bereits vor zwei Wochen in Waltershausen die Titel im griechisch-römischen Stil erringen. Nun sollte die Doppelmeisterschaft geholt werden. Das erwies sich gerade in diesen beiden Gewichtsklassen schwer, da sich hier starke Konkurrenz aus Nordrhein –Westfalen angemeldet hatte. Ibrahim startete in der leichtesten Gewichtsklasse, wo mehrere gemeldete Sportler das Gewichtslimit nicht schafften und aufrückten. Übrig als Gegner blieb nur der stark eingeschätzte Wittener Justus Eigenbrodt, der allerdings schon nach 25 Sekunden auf beiden Schultern lag. Lucas brauchte in seinem Auftaktmatch nur 18 Sekunden um den Zschopauer Richard Häslich zu schultern. Dann wartete allerdings mit Noah Englich ein ganz besonderer Brocken. Im Vorjahr bezwang dieser den Greizer mit 11:2. Aufgewachsen in einer Wittener Ringerfamilie, Vater Mirko war Olympiazweiter), Mutter Yvonne EM-Dritte, Tante Nina zweimal Europameisterin, kann er auf gute Resultate verweisen. Großvater Detlef, zwei Jahrzehnte Ringerchef im Traditionsverein, glaubte an einen Erfolg des Enkels: „Im Saarland hat er dem DM-Fünften der B-Jugend in der 34 kg-Klasse einen Superkampf geliefert.“ Doch es sollte anders kommen. Zur Halbzeit lag der Greizer zwar 8:9 zurück, doch eine Fehlentscheidung der unerfahrenen Kampfrichterin befreit den in einer etwas unglücklichen Brückenlage befindlichen Wittener aus einer gefährlichen Situation. Nach der Pause griff der Greizer weiter an, bracht seinen Gegner mit einem Nackenhebel in die Brücke, aus der es diesmal kein Entweichen gab. Mit einem Sieg nach nur 45 Sekunden über den Rostocker Florian Wiesemann erreichte Lucas Hanke das Finale, wo er Sachsenmeister Maximilian Lauterbach in nur 17 Sekunden schulterte. Noah Englich wurde ohne einen weiteren Punkt abzugeben Dritter.
In der Gewichtsklasse 31 kg waren zwei Greizer am Start. Sheyh Juschaev wurde mit zwei Schultersiegen über Gegner aus Dresden und Lugau Dritter im Achter-Pool, unterlag dann aber im Platzierungskampf Kevin Siegert aus Luckenwalde und belegte Rang sechs. Alexander Stark hatte im anderen Pool Lospech. Seine Gegner Gregor Eigenbrodt (Witten) und Lorenz Krupke (RSV Plauen), die im Pool vorn landeten, waren zu stark.

Zweiter Vizemeistertitel für Maximilian Böttger

WKG Lugau/Thalheim gegen RSV Rotation Greiz
Maximilian Böttger (blaues Trikot), RSV Rotation Greiz/Jugend

Bereits im griechisch-römischen Stil hatte Maximilian Böttger (42 kg) die Silbermedaille erkämpft. Auch im freien Stil gelang ihm der Sprung auf den zweiten Platz. Mit vier meist hart erkämpften Erfolgen über William Franz (Pausa), Kilian Käppel (Hof), Raffael Kaufmann (Werdau) und Hannes Thiesler (Taucha) erreichte er in der mit 17 Sportlern stark besetzten Gewichtsklasse das Finale. Hier musste er sich allerdings dem Potsdamer Leo Guthke geschlagen geben. Der ebenfalls in dieser Klasse startende Niklas Wendel konnte sich nicht im Vorderfeld platzieren.

D-Jugend: Gold für Franz Dinger
Shaid Juschaev hatte im griechisch-römischen Stil den Titel im 27 kg-Limit gewonnen. Eine Gewichtsklasse höher schulterte er die Leipziger Marcel Grünwald und Ben Degen, musste aber im Sechzehnerfeld auf Grund von Schwächen in der Abwehr von Beinangriffen auch Niederlagen gegen den späteren Sieger Erik Negwer (Lugau) und dem Vierten Maximilian Nowicki (Witten) hinnehmen. Als Pooldritter unterlag er im Kampf um Platz fünf dem Berliner Konstantin Valassis. Die meisten Gewichtsklassen waren mit bis zu 20 Sportlern quantitativ sehr stark besetzt. In der Kategorie von Franz Dinger (50 kg) war das nicht der Fall. Er hatte mit Colin Herzog (Luftfahrt Berlin ) nur einen Gegner. Mit einem Schultersieg in der zweiten Minute sicherte sich der Greizer den ersten Platz.

Erhard Schmelzer @22.06.2015