Bildbeschreibung → Beim Turnier in Bratislava gut abgeschnitten: Sebastian Wendel (links/6.Platz) und Daniel Sartakov (2.Platz). Foto: RSV Rotation Greiz

Greizer Ringer in Slowakei erfolgreich

Die kleine von Trainer Swen Lieberamm geleitete Greizer Delegation bestand aus Daniel Sartakov und Sebastian Wendel

BRATISLAVA/GREIZ. In Deutschland finden zwar an jedem Wochenende Ringerwettkämpfe statt, doch sind diese meist dem Nachwuchsbereich vorbehalten. Für den Männerbereich, auch für die Junioren, gibt es nur vereinzelt Wettkampfmöglichkeiten in Deutaschland. Da wundert es nicht, dass sich zur Vorbereitung auf die deutschen Einzelmeisterschaften einige Landesverbände bzw. Vereinsmannschaften zu einem internationalen Freistilturnier in Bratislava trafen. Die kleine von Trainer Swen Lieberamm geleitete Greizer Delegation bestand aus Daniel Sartakov und Sebastian Wendel sowie Kampfrichter Sascha Förster. Beim 2.Josef-Svoboda-Turnier traten Ringer aus 13 Nationen an. Die Veranstalter vom slowakischen Ringerverband hatten sich etwas Neues einfallen lassen, um zu verhindern, dass Sportler nur wegen eines Kampfes eine lange Reise unternehmen müssen. Wer eine Niederlage einstecken musste, durfte im B-Pool weiter ringen und hatte noch eine Chance auf Bronze, auch wenn sein Bezwinger nicht ins Finale kam.
Sebastian Wendel, der unterstützt durch 2 kg Gewichtstoleranz in der 86 kg-Klasse antrat, bestritt fünf Kämpfe, von denen er drei gewann. Gegen den Usbeken Sveshnikov kämpfte er taktisch gut, nutzte seine größere Reichweite und siegte 9:0. Im zweiten Kampf gegen den eingebürgerten Slowaken Makaev kam er nicht klar, konnte mehrere Angriffe nicht zu Punkten nutzen und unterlag mit 2:8. Im Kampf gegen Blasko, einen weiteren Slowaken, bestimmte er von Anfang an die Fassart und punktete mit Beinangriffen. Hier siegte er vorzeitig mit technischer Überlegenheit 11:1. Lange völlig offen war der Kampf gegen den Mazedonier Savov. Beide kämpften verbissen und brachten jeweils zwei Angriffe durch. Als es 4:4 stand, musste der Mazedonier innerhalb von 30 Sekunden eine Wertung erzielen. Der Greizer verteidigte sich erfolgreich und siegte mit 5:4. Das Aus kam im fünften Kampf gegen den Litauer Paulinshenko, der mit 5:1 siegte. Sebastian Wendel belegte den sechsten Platz. Trainer Swen Lieberamm fand das Experiment mit dem Start in der 86 kg-Klasse gelungen, wenn hier auch noch taktisch einiges verändert werden muss.
Wie bei den mitteldeutschen Meisterschaften traf Daniel Sartakov (70 kg) im ersten Kampf auf den Auer Brian Bliefner. Anders als in Luckenwalde, als er 4:5 unterlag, bestimmte der Greizer diesmal das Anfangsgeschehen, führte 4:0 und siegte am Ende sicherer als es das Ergebnis aussagt mit 5:4. Laut dem Trainer folgte dann der beste Kampf des Jahres 2016. Sowohl sein Schützling, als auch der Rumäne Duskov traten sehr dynamisch auf, kämpften jede Situation verbissen aus. Am Ende setzte sich die bessere Kondition durch und der Greizer erkämpfte kurz vor Schluss den 8:6 Endstand. Gegen den Ungarn Gergely war er klar überlegen, ließ den Gegner nicht zur Entfaltung kommen und siegte vorzeitig mit 10:0. Damit stand Daniel Sartakov im Finale, wo er auf den Freiburger Stefan Käppeler traf. Gegen den EM-Teilnehmer der Altersklasse U23 leistete sich Daniel den einzigen Fehler im Turnier und gab am Mattenrand eine Viererwertung ab. Nach dem 0:4 Rückstand musste er viel riskieren, wurde gekontert und unterlag mit 1:7 und belegte so Platz zwei. Jetzt ist es an Trainer und Sportler, diese Form bis zur deutschen Meisterschaft zu halten bzw. sogar noch auszubauen.

Erhard Schmelzer @18.05.2016

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