Greizer Spaziergang am 27.November 2021

Seit einer Woche kursierte es durch die sozialen Medien: Am Sonnabend findet ein spontaner Spaziergang durch Greiz statt. Der Aufruf war nicht unterschrieben und man wusste auch nicht, wer Veranstalter und Anmelder war. Natürlich kam dieses Gerücht auch in den Amtsstuben der Thüringer Polizei an. Diese rückte in beachtlicher Zahl an. Aber im Gegensatz zu manch anderen Bundesländern traten die Beamtinnen und Beamten rechtsstaatlich auf und sicherten den Zug vorbildlich und deeskalierend ab. Das wurde aus den Reihen der Demonstranten wohlwollend vermerkt. Auf die Frage, warum sie denn hier auf die Straße gehen, erwähnten die meisten der Befragten, dass es ihnen um die Impfpflicht gehe sowie die Impfungen der Kinder. „Ich habe sechs Enkel“, so ein Spaziergänger, „wegen denen bin ich hier. Die sollen nicht damit in Berührung kommen.“ Des Weiteren waren die fortwährenden Grundrechtseinschränkungen ein großes Thema. „3G ist ein Verbrechen an der Menschlichkeit“, äußerten wiederholt Teilnehmer des Spaziergangs. „ Man hat keine Polizisten, um unsere Grenzen zu schützen. Aber 3G in Bussen und Bahnen zu kontrollieren, dazu reicht es!“ Wieder andere sahen es ganz entspannt. Ein Mitarbeiter von DHL Neumark versicherte mir, dass im Falle von 2G am Arbeitsplatz in Sachsen, es massive Probleme bei der Paketverarbeitung geben wird: „Vor Weihnachten wird das lustig.“ Aber auch die Absage der Weihnachtsmärkte durch „den von Merkel ins Amt gehievten Ministerpräsidenten“ (O-Ton) Ramelow stimmte viele zornig. Denn führende Aerosolforscher haben mehr als einmal bestätigt, dass eine Ansteckung an der frischen Luft so gut wie ausgeschlossen ist. Trotz allen Frustes war eine gute Stimmung während des Spaziergangs. Dies war auch dem besonnenen Auftreten der Polizei zu verdanken. Den Spaziergängern war es immer wieder wichtig zu betonen, dass sie keine Coronaleugner sind. Ihnen ging es um die fortwährenden Grundrechtseinschränkung durch Bund und Länder, die geplante Impfpflicht und 3G/2G- Regelungen. „Wir hatten jetzt schon zwei Lockdowns und beide haben nicht funktioniert. Wenn es zweimal nichts gebracht hat, warum macht man es ein drittes Mal?“ Nur eine Frage ließ sich den ganzen Abend nicht klären. Wer hat denn nun die Veranstaltung geplant? Nachfragen bei den „üblichen“ Verdächtigen brachten immer ein klares „Nein“. Und auch andere Namen, die hinter vorgehaltener Hand genannt wurden, entpuppten sich als Fehlinfo.

René Kramer