Greizer Winterdorf zieht Bilanz

Winterdorf der BI Greiz: Wo Goethe und Schiller Weihnachtsmützen tragen
Schöner Blick vom Lapidarium in Richtung Oberes Schloss.

„Wir brauchen langsam echt Erholung, aber wir fiebern schon dem nächsten Mal entgegen.“ beginnt Thomas Hönsch, Vorsitzender des organisierenden Vereins Bürgerinitiative „Weil wir Greiz lieben“ (BI) freudig sein Resümee über das Greizer Winterdorf. Nach insgesamt 18 Öffnungstagen schloss es am 18. Januar 2020 für diese Saison seine Pforten.
„Die Resonanz der Besucher und der teilnehmenden Vereine ist bombastisch“, so Hönsch weiter. Im Vergleich zum Vorjahr seien es nochmal mehr Besucher gewesen. Ein erweitertes, überdachtes Platzangebot und die eigens errichtete Tanzfläche trugen ihr Übriges dazu bei.
Zu Beginn hätte wohl niemand gedacht, dass das Winterdorf – damals noch in einer kleinen Ecke an der Carolinenstraße und von „Dorf“ weit entfernt – einmal so eine Größe annehmen würde, waren die Gäste doch meist im eigenen Verein zu finden. „Ohne wirklich zu wissen wie, wollten wir damals etwas zum Miteinander-Draußensein in der dunklen Jahreszeit machen. Also haben wir einfach etwas gemacht.“ Nun waren es fast jeden Tag mehrere hundert Besucher, die zum geselligen Beisammensein in das Lapidarium im Goethepark strömten, von Livemusik über Puppentheater bis Tanzveranstaltungen jeden Tag Programm geboten bekamen und sich allerhand Leckereien schmecken lassen konnten – exklusiv auch das neue Greizer Schwarzbier, welches bis dato anderswo noch nicht erhältlich war. Auf die Frage nach den besonderen Highlights überlässt Hönsch die Antwort diplomatisch den Besuchern, hebt für sich aber die Greiz Edition von „Dinner for One“ hervor, die erneut gleich drei Mal am Silvesterabend zu sehen war und mittlerweile zur Tradition geworden ist.
Hönsch betont, dass die BI zwar allein das Risiko für das Winterdorf trage, doch keinesfalls allein für dessen Erfolg verantwortlich ist: „Großer Dank gebührt unzähligen ehrenamtlichen Helfern und Vereinen sowie wohlgesonnenen Unternehmen und Behörden, besonders der Stadt Greiz, der Getränkequelle, der Greizer Brauerei, fexon und allen Anliegern, die uns die ganzen Tage ausgehalten haben.“
Um auch Vereinen unter die Arme zu greifen, die selbst keine Bude auf dem Winterdorf betreiben konnten, hatten sich die Organisatoren in diesem Jahr noch etwas Besonderes einfallen lassen und einen Benefiztag mit Party-Konzert der vogtländischen Coverband „Spur 13“ als Zugabe angehängt. Die Tageseinnahmen wurden nach Publikumsapplaus zu zehn, 15, 20, 25 und 30 % an das „Café OK“ mit der Kindertafel, an „Viel Farbe im Grau“, die „Astronomische Gesellschaft Greiz“, die „Herzkissen“ und an den „SV Blau-Weiß 90 Greiz“ verteilt. Zusätzlich spendete der Greizer Theaterherbst 100 € seiner Einnahmen aus dem Verkauf von Suppen einige Tage zuvor. Die Pohlitzer Gaststätte „Glück Auf“ spendete ebenfalls einen Teil der Einnahmen aus dem Kartenverkauf zur „Ossi-Party“ mit DJ Bert am 28. März 2020 im Steinweg 15. Und auch zwei Privatpersonen legten in den Spendentopf ein und füllten ihn so auf glatte 5.000 € auf. Diese werden am Montag, 3. Februar, im Rahmen der „entspann.baR“ um 19 Uhr im „10aRium“ (Friedrich-Naumann-Straße 10) öffentlich und unter Anwesenheit aller teilnehmenden Vereine übergeben. Interessenten sind herzlich eingeladen mit den Beteiligten ins Gespräch zu kommen, Ideen und neue Vorschläge auszutauschen, da man auch jetzt schon wieder am nächsten Winterdorf feile. Dieses startet am 18. Dezember 2020 um 18 Uhr an bekannter Stelle und wird wohl wieder mehr Arbeit mit sich bringen. Dafür werden auch unterjährig händeringend Mitwirkende, materielle und finanzielle Spender sowie neue Vereinsmitglieder gesucht. Interessenten können sich auf www.weilwirgreizlieben.de dazu informieren oder jeden Montag zwischen 17 und 20 Uhr zur „entspann.baR“ kommen.

Matthias Pohle

Werbeanzeigen