Irchwitz in Vergangenheit und Gegenwart

Ausstellung von Folker Schramm im Gebäude der Baustoffe Gebr. Löffler GmbH
Folker Schramm (r.), Karl Löffler (M.) und Manfred Weidlich schauen sich die Ausstellung gemeinsam an.

Höchst sehenswerte Ausstellung von Folker Schramm im Gebäude der Baustoffe Gebr. Löffler GmbH eröffnet

GREIZ-IRCHWITZ. Eine höchst sehenswerte Ausstellung, die sich mit Vergangenheit und Gegenwart des Stadtteils Irchwitz beschäftigt, kann man seit gestern in der Firma Baustoffe Gebrüder Löffler GmbH in der Schönfelder Straße besichtigen. Folker Schramm, ein alter Irchwitzer, wie er stolz erklärt, hat sich mit ganzem Herzen dem Sammeln historischer Dokumente, Postkarten und Fotos seiner Heimat gewidmet. Die bereits vor zwei Jahren an gleicher Stelle mit großer Resonanz gezeigte Exposition wurde erweitert und dokumentiert anschaulich die Geschichte des Ortes. Folker Schramm, der von 1953 bis 1994 in der Greizer Papierfabrik beschäftigt war, ist nicht nur begeisterter Geschichtsforscher- unter anderem im Greizer Seniorenheimatverein sondern auch Philatelist. Das Sammeln historischen Materials wurde ihm quasi in die Wiege gelegt; Schramms Vater Rudolf gilt als einer der bekanntesten Sagen- und Heimatforscher der Region. Im Nachlass des Vaters, der im Jahre 1990 verstarb, fand Folker Schramm etwa ein Dutzend Postkarten, die den Grundstock seiner aus etwa 2000 Karten bestehenden Sammlung bildeten.

Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und zeigt beispielsweise den Platz, auf dem sich das jetzige Bauzentrum befindet. Hier stand von 1897 bis 1919 die Gaststätte „Goldener Löwe“, die im Nebengelass auch eine Kegelbahn bot, wie Schramm weiß. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie dann zum Pionierheim umfunktioniert. Schramms Dokumente berichten ebenfalls von einem großen Schadenfeuer in Irchwitz, das am 24. Januar 1939 wütete. Auch dem Ehrenmal sind einige historische Belege gewidmet. Eingeweiht wurde es im Juli 1922 im Gedenken an die Opfer des 1. Weltkrieges. Die Namen der Gefallenen, die im Laufe der Jahre der Verwitterung zum Opfer fielen, hat Folker Schramm akribisch erforscht. Einige Bronzetafeln seien noch existent, wie er recherchierte und sein größter Wunsch wäre, die Tafeln wieder an den Stelen angebracht zu wissen. Das Grünamt der Stadt Greiz hatte ihm wenn auch vor längerer Zeit diesbezüglich Hilfe versprochen, die es nun einzuhalten gilt. Bauch`s Lokal, Gnauk“ s Gut oder die alte Post: besonders die älteren Irchwitzer würden sich sehr über die Ausstellung freuen, weil ihnen noch so viel aus vergangener Zeit bekannt sei, weiß Schramm.

Auch einen Erlaubnisschein der Kaiserlichen Oberpostdirektion Erfurt, der Louis Dietel (1861 bis 1948) befähigte, den Namen Postagent und eine eigene Filiale zu führen, kann man in der Ausstellung sehen. Neben Interessantem über den Turn- und Gesangsverein, das Kirchgemeindehaus, das Deckenfresko in Gnauk`s Scheune oder Persönlichkeiten, die den Ort Irchwitz prägten, findet man viele historische Fotos, die neuzeitlichen gegenübergestellt werden. Dabei ist die Schau nicht nur für die älteren Einheimischen, sondern auch für Kinder und Jugendliche gedacht. Folker Schramm führt auch sehr gern durch seine Ausstellung, Anmeldungen sind unter 03661 673376 ab 19 Uhr möglich. Danken möchte Folker Schramm allen an der Vorbereitung Beteiligten, vor allem Gerhard Strauß aus Thalbach und Karl Löffler, dem Vater der Gebrüder Löffler, der als Zeitzeuge wichtige Informationen preisgab. Beim Aufbau half auch der Irchwitzer Manfred Weidlich mit, der fünfunddreißig Jahre lang in Greiz als Busfahrer tätig war und deshalb alles weiß, wie Schramm augenzwinkernd meinte.

Antje-Gesine Marsch @08.02.2012