Jahresempfang der Landrätin Martina Schweinsburg des Landkreises Greiz

Jahresempfang der Landrätin Martina Schweinsburg des Landkreises Greiz
Landrätin Martina Schweinsburg (r.) zeichnet Martina Högger (l.) und Dagmar Pöhland für ihr zivilgesellschaftliches Engagement aus.

600 Gäste folgten der Einladung in die Vogtlandhalle Greiz
GREIZ. 600 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Vereinen, Kirchen und Verbänden folgten am Donnerstagabend der Einladung der Landrätin des Landkreises Greiz, Martina Schweinsburg (CDU) zum Jahresempfang in die Vogtlandhalle Greiz – darunter Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), Landtagspräsidentin Birgit Diezel (CDU), Sozialministerin Heike Taubert (SPD), MdB Volkmar Vogel (CDU), MdL Dirk Bergner (FDP), Bürgermeister Gerd Grüner (SPD), Prof. Bruno Bauerfeind sowie weitere Landräte und Bürgermeister.
In ihrer Festrede es war die Zwanzigste – ging Landrätin Martina Schweinsburg auf die Ereignisse des Jahres 2013 ein. Das Hochwasser im Juni habe gezeigt, dass der Mensch ein Teil der Natur ist, die er beeinflussen, aber nicht dauerhaft bezwingen kann. Die Hilfe, Solidarität und Spendenbereitschaft, die weit über die Grenzen des Landkreises erfahren wurde, hob Frau Schweinsburg hervor und lobte den Einsatz von über 1100 Einsatzkräften – unterstützt durch ein Vielfaches der Bürger, die die Flut erfolgreich bekämpften und Schlimmeres verhinderten.
Kritik sprach die Landrätin den bürokratischen Hürden aus, die mitunter zur unüberwindbaren Barriere wurde. Sie forderte aber auch zum pragmatischen Handeln der darüber Befindenden auf, und zwar, bevor die EU das letzte Häkchen gesetzt hat.
Im Landkreis konnte man trotz harter Einschnitte das Investitionsprogramm ohne Einschränkungen fortführen. Man habe auf Solidität und Nachhaltigkeit gesetzt, wie die Landrätin am Beispiel des im Oktober 2013 übergebenen Berufsbildenden Zentrums Ernst Arnold erörterte, das mit einer Summe von 7,8 Mio. Euro darunter 4,6 Mio. Euro eigene Mittel komplett saniert wurde und somit für 500 Berufsschüler und 76 Lehrkräfte zukunftsweisende Ausbildungsmöglichkeiten bietet.
In ihrer Festrede ging Martina Schweinsburg aber auch auf die Ereignisse im Herbst letzten Jahres ein, die es den Bürgern der Stadt schwer machten in Normalität zu leben. Mit Entsetzen, ja Fassungslosigkeit erlebten wir die sich bis Ende November jeden Freitag wiederholenden Demonstrationen in unserem schönen Greiz. Doch die Menschen hätten schnell bemerkt, dass sie lediglich instrumentalisiert werden und die Region als Kulisse und Wahlkampfarena für Polithasardeure missbraucht werden sollte. Wenn es darauf ankommt, stünden die Vogtländer zusammen, zeigte sich Martina Schweinsburg überzeugt. Sie dankte den Bürgerinnen und Bürgern, die friedlich die Plätze besetzt hatten, auf denen andere Unfrieden stiften wollten und den Einsatzkräften, die Sicherheit und öffentliche Ordnung aufrecht hielten.
Entgegen der in regelmäßigen Abständen von Klug-und Gutmenschen geäußerten Kritik, der Landkreis Greiz sei der letzte, der an die Asylbewerber lediglich Gutscheine ausgibt, brachte die Landrätin zum Ausdruck, dass jede Person neben der Bons für die Versorgung 157 Euro Taschengeld ausgezahlt bekommt. Häufig würden Barmittel in die Herkunftsländer transferiert, um beispielsweise Schleuser zu bezahlen, die Deutschland als Paradies anpreisen und den Asylsuchenden Ansprüche und Begehrlichkeiten suggerieren würden. Wie Menschlichkeit, Würde und Respekt vor anderen Bürgern im Landkreis Greiz verantwortungsvoll gelebt werden, nannte Martina Schweinsburg an den Beispielen von Martina Högger und Dagmar Pöhland. Frau Högger von der Bürgerinitiative Weil wir Greiz lieben habe sich mutig den ausländerfeindlichen Parolen entgegengestellt. Unabhängig von parteilichen Einflüssen habe sie durch Sachlichkeit und Ruhe dafür gesorgt, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass Greiz keine Stadt ist, die Asylbewerber ablehnt. Sie hat Menschen ermutigt, nicht übereinander, sondern miteinander zu sprechen.
Seit 16 Jahren engagiert sich die Greizerin Dagmar Pöhland für Menschen, denen es schwerfällt und auch oft schwer gemacht wird, ihren Alltag zu meistern, wie die Landrätin ausführte. Seit 2002 koordiniert Frau Pöhland die Sozialbetreuung der Asylbewerber in den Einrichtungen. Beide Frauen beweisen die Willkommenskultur eindrücklich. Hier werde nicht nur geredet, sondern vor allem gehandelt.
Abschließend ging die Landrätin einigen Gedanken nach, ob die Weltordnung infolge der Ereignisse auf der Krim und in der Ukraine erneut aus den Fugen zu geraten droht und ob die westliche Welt der globale Richter ist. Ich meine, die westliche Welt tut gut daran, Russland Grenzen zu setzen, meinte die Landrätin nach einigen historischen Betrachtungen. Sie tue aber ebenso gut daran, nicht mit zweierlei Maß zu messen und diese Grenzen klar und verlässlich zu kommunizieren. Für die russische Seele gebe es nichts Schlimmeres als verletzten Stolz. Auf Demütigung folge Protest, den es richtig zu kanalisieren gelte. Man müsse partnerschaftliche Lösungen suchen, was aber Aufgabe der großen Weltpolitik sei.
Den Bogen schloss die Landrätin mit der Musik eines ganz großen russischen Komponisten: Modest Mussorgski. Die Musiker der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter Leitung von GMD Stefan Fraas interpretierten Das große Tor von Kiew aus dem Zyklus Bilder einer Ausstellung.
Auch die Ministerin des Freistaates Thüringen, Christine Lieberknecht, ergriff zum Jubiläumsempfang das Wort und verwies auf die 20-jährige hervorragende Entwicklung des Landkreises Greiz. Einer Umfrage zufolge seien die Thüringer mit jährlich 1492 Arbeitsstunden die fleißigsten Deutschen, wie sie sagte. Was den Fleiß anbetrifft, habe sie besonders zu Einweihung der Berufsschule Ernst Arnold der Satz des namensgebenden Fabrikanten beeindruckt: Der Sieg im Leben wird dem Fleißigen zuteil.
Das Zukunftsmodell der Zukunft liege im Miteinander, betonte die Ministerpräsidentin und plädierte für die bestehende Struktur der Landkreise, weil man sich hier kennt und sich alles in einer überschaubaren Region abspielt. Man wisse, mit wem man es zu tun hat. Mit dem Zitat von Ricarda Huch Es sei dem Lande Thüringen beschieden, dass niemals mehr im wechselnden Geschehen ihm diese Sterne untergehen: Das Recht, die Freiheit und der Frieden, endete die Festrede von Christine Lieberknecht.

Antje-Gesine Marsch @28.03.2014

Veranstaltungen Vogtlandhalle Greiz

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