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Monteverdis »Marienvesper« in Greizer Stadtkirche aufgeführt

Monteverdis »Marienvesper« in Greizer Stadtkirche aufgeführt
Die Lautten Compagney und das Ensemble Amarcord führten in der Greizer Stadtkirche St. Marien Monteverdis »Marienvesper« auf.

GREIZ. Es ist seit dem Jahr 1992 das zweite Mal, dass der Deutschlandfunk in Greiz ein Konzert aufnimmt und dieses zur Ausstrahlung bringt, wie Dr. Matthias Sträßner sagte. Vor über zwanzig Jahren sei dies im Sommerpalais geschehen; da sei Greiz noch eine graue Stadt gewesen. Heute sei sie attraktiv und wunderschön, wie der Deutschlandfunk-Redakteur bejahte. Am Sonnabendabend fanden sich über zweihundertfünfzig Menschen in der Stadtkirche St. Marien ein, um die großartige “Marienvesper” von Claudio Monteverdi zu erleben. Ausführende waren die Lautten Compagney unter Leitung von Wolfgang Katschner und das Ensemble armacord. Dieses Rundfunkkonzert war zudem etwas ganz besonderes: in der Reihe “Grundton D” bringen die Initiatoren Konzerte und Denkmalschutz für einen guten Zweck zusammen. Der Erlös dieses Konzertes kommt der sanierungsbedürftigen Kreutzbach-Jehmlich-Orgel in der Greizer Stadtkirche zu Gute. Stolze 3000 Euro sollten es am Ende der Aufführung sein.
Monteverdis Marienvesper gilt in der Musikgeschichte als Werk größter Bedeutung, ist aber heute eher selten in der heutigen Aufführungspraxis zu finden. Im Zentrum steht die gesangliche Spitzenleistung der Solisten, wobei hier gesondert die Sopranistinnen Angelika Lenter und Hanna Zumsande mit hervorragender Interpretation zu nennen wären. Ach die beiden Altusse (Stefan Kunath und Stefan Kahle, die drei Tenöre Wolfram Lattke, Martin Lattke, Daniel Schreiner, der Bariton Frank Ozimek und die Bässe Daniel Knauft und Holger Krause überzeugten mit gesanglichen Höchstleistungen.
Die klare, sehr schlanke und präzise Tongebung fielen dabei genauso auf wie die Ausdruckskraft der Solisten. Man kann es schon fast akrobatisch nenne, mit welcher Kunst die menschlichen Stimmen agierten. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund dafür, dass dieses um das Jahr 1610 komponierte Werk so rar aufgeführt wird. Nur speziell geschulte Sänger vermögen diese Meisterleistung zu vollbringen. Auch hatte der künstlerische Leiter Wolfgang Katschner ein exzellentes Orchester um sich geschart, das auf seinen historischen Instrumenten einen ungemein lebendigen Eindruck hinterließ.


Die Marienvesper sucht in der Kirchenmusik ihres gleichen. Das zweiteilige Werk besteht aus einer Messe, die noch stark mittelalterlichen Traditionen folgt und einer Vesper, die bereits deutlich modernere Klänge erkennen lässt. Der italienische Renaissance-Komponist führte sie zu einer prächtigen Klangfarbigkeit zusammen, die auch nach vierhundert Jahren nichts von ihrer außerordentlichen Faszination verloren hat.

Antje-Gesine Marsch @28.09.2013

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