Das Buch „Paul-Dessau-Chor“ für immer geschlossen

Das Buch Paul-Dessau-Chor für immer geschlossen
Doris Marek ganz in ihrem Element.

Nach 25-jähriger Chorleitertätigkeit hängt Doris Marek den Notenschlüssel an den Nagel
GREIZ. Grenzenlose Freude und maßlose Traurigkeit liegen im Leben oft nah beieinander. So auch am Montagabend, als zum Sommer-Sonne-Ferien-Konzert des Paul-Dessau-Chores in die Aula der Lessing-Regelschule eingeladen wurde. Die traditionelle Aufführung sollte die letzte ihrer Art sein. Nach 25-jähriger Chorleitertätigkeit hängte Doris Marek an diesem Abend den Notenschlüssel an den Nagel. „Damit schließt sich heute das Buch ‚Paul-Dessau-Chor’“, wie Schulleiter Dieter Linke zur Begrüßung der überaus zahlreichen Gäste sagte. Doch zwischen den einzelnen Seiten gab es ganz viel zu erleben. „Die erste Seite wurde vor genau vierzig Jahren aufgeschlagen“, erinnerte Dieter Linke. Gründer des Paul-Dessau-Chores war Musikpädagoge Werner Keil, der an diesem Abend ebenfalls herzlich begrüßt wurde. Als sich der Lehrer im Jahr 1990 neuen beruflichen Aufgaben stellte, suchte Keil und fand in Doris Marek die würdige Nachfolgerin, die diese Funktion nunmehr seit 25 Jahren innehat. Dass sie nun die Leitung des Chores niederlegt, ist eine sehr persönliche Entscheidung, die zwar von allen bedauert, aber auch akzeptiert wird. „Was zwischen den beiden Buchdeckeln passierte, ist Euer Werk“, wandte sich der Schulleiter an Werner Keil und Doris Marek. Zwar gehe eine Ära zu Ende, sicher gebe es auch viele Tränen, doch falle mit der Entscheidung auch eine gewaltige Last von Doris Mareks Schultern. „Worte reichen nicht aus, die Leistungen von Frau Marek zu würdigen“, zeigte sich Dieter Linke überzeugt, doch würden der herzliche Applaus und die glänzenden Augen nach jedem Auftritt für sich sprechen. „Der Chor war immer ein Juwel der Schule“, befand der Schulleiter. Stets habe Frau Marek neue Stimmen gefunden und Schüler für den Chorgesang begeistert. Sie sei nicht nur „Leiterin, Pädagogin, sondern auch oft Seelsorgerin“ gewesen. „So entstand die Doris-Marek-Fangemeinde“, wie Dieter Linke unter heiterer Zustimmung der Gäste sagte. Auseinander zu gehen falle schwer. Die Leistungen von Doris Marek würdigte auch Ulrich Zschegner, Vorsitzender des Neuen Reußischen Sängerkreises, dem der Paul-Dessau-Chor seit dem Jahr 1991 angehörte. „Ihr habt immer für eine Top-Qualität gestanden“, so Zschegner unter dem Beifall der Anwesenden. Beim Titel „We are the world“ vereinigten sich die Jungen und Mädchen des Chores mit einer Reihe von „Ehemaligen“ zum großen Finale. Als der Chor als Überraschung das mit Lehramtsanwärter Christian Mallon eingeübte Lied „The rose“ sang, standen den meisten die Tränen in den Augen. Mit einer roten Rose bedankte sich jeder einzelne Chorist bei Doris Marek, verbunden mit besten Wünschen für die Zukunft – ohne Chor. „Jetzt weiß ich gar nicht, was ich mit den vielen freien Wochenenden machen soll“, scherzte eine sichtlich gerührte Chorleiterin. Vor allem in der Weihnachtszeit werde sie das spüren.

Antje-Gesine Marsch @23.06.2015

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