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Rudi-Geiger-Turnier 2015 – ein Erfolgsprojekt mit bedenklichen Entwicklungsaussichten

Rudi-Geiger-Turnier 2015

Stolz nimmt Niklas Rauh, stellvertretend für alle Fußballaktiven der Regelschule Greiz-Pohlitz den Rudi-Geiger-Wanderpokal für das Jahr 2015 aus den Händen von Uwe Jahn, Vorsitzender des Kreissportbund Greiz, entgegen. Foto: Peter Reichardt

34-jahrige Tradition wird fortgesetzt und Jungen wie Mädchen im fairen Wettstreit zusammengeführt
GREIZ. Die 34. Auflage des Rudi-Geiger-Turniers im Hallenfußball der Schuljugend ist Geschichte und hat eine unterdessen lange Tradition im Kampf um den Rudi-Geiger-Wanderpokal fortgesetzt. Nun schon im 34. Jahr riefen der Arbeitskreis Schulsport ( an seiner Spitze das Schulamt Ostthüringen ) im Zusammenwirken mit dem Kreissportbund Greiz, dem 1. SSV Greiz, der Sparkasse Gera-Greiz und dem Landratsamt Greiz die Fußballkickerinnen und -kicker, angefangen bei den Grundschulen, über die Regelschulen und Gymnasien, bis hin zu den Berufsbildenden Schulen im Landkreis Greiz sowie der Region der Euregio Egrensis auf das Hallenparkett der Greizer Sporthallen zum Kampf um die Pokale. Eine Veranstaltung für die Schuljugend einer Region, die so in Thüringen einmalig ist, das größte Hallenfußballturnier der Schuljugend im Freistaat darstellt und nach unvollständigen Recherchen auch in der Bundesrepublik Deutschland seines Gleichen sucht. Ein Hallenfußballturnier für die Schuljugend mit der Tradition einer ganze Generation – blickt man doch 2016 auf das 35-jährige Bestehen dieser Turnierserie, das die Erinnerung an das Greizer Fußballidol Rudi Geiger, der zu seiner Zeit auch Kreisturnrat beim Rat des Kreises Greiz war, hoch hält, an den leider viel zu früh verstorbenen Sportpädagogen erinnert und jedes Jahr mehrere hundert Schülerinnen und Schüler im fairen Wettstreit beim Hallenfußball zusammenführt. Ein beredtes Zeugnis des Engagements der Sportlehrer an den Schulen sowie der Übungsleiter in den regionalen Sportvereinen.
In diesem Jahr haben sich 323 Teilnehmer an diesem Wettbewerb in 43 Schulmannschaften der unterschiedlichsten Altersklassen beteiligt, dabei mehrere hundert Tore geschossen und ihre Besten ermittelt. Dabei konnten die Aktiven der Regelschule Greiz-Pohlitz ihren Pokalerfolg aus dem Jahr 2014 wiederholen und damit den Rudi-Geiger-Wanderpokal im Hallenfußball der Schuljugend mit drei Pokalerfolgen, zwei zweiten Plätzen und einem vierten Platz in den Altersklassenturnieren erneut an ihre Einrichtung holen. Der Gesamtpunktestand 2015 der Wertung zum Rudi-Geiger-Wanderpokal :

Regelschule Greiz-Pohlitz – 48 Punkte
Ulf-Merbold-Gymnasium Greiz – 39 Punkte
Regelschule „Gotthold Ephraim Lessing“ Greiz – 28 Punkte
Bio-Landschule Langenwetzendorf – 23 Punkte
Regelschule „Georg Kresse“ Triebes – 12 Punkte
Regelschule Berga – 10 Punkte
Friedrich-Schiller-Gymnasium Zeulenroda – 7 Punkte

Keine knappe Entscheidung, aber ein schöner Erfolg für Schüler und Lehrerschaft der Regelschule Greiz-Pohlitz. Bedenklich allerdings, dass von 15 Regelschulen und 4 Gymnasien im Landkreis Greiz, also 19 in Frage kommenden Bildungseinrichtungen, sich nur 7 Schulen mit entsprechenden Schulmannschaften, und da auch nicht in allen Altersklassen, am Turnier 2015 beteiligten. Ein Engagement der Schuldirektoren dieser Bildungseinrichtungen im Landkreis Greiz, das so nicht befriedigen kann und die Rolle des Sports sowie der aktiven sportlichen Betätigung der Schuljugend völlig unterrepräsentiert, bedenkt man, dass Fußball eine Pflichtsportart im Sportunterricht ist.
Bei den Grundschulen ist zwar die Anzahl der beteiligten Schulmannschaften konstant geblieben, doch völlig unverständlich die Absage der Grundschule Rückersdorf, die in den vergangenen zwei Jahren diesen Pokal erkämpfte und in diesem Jahr die Pokalverteidigung erst gar nicht anging. Auch im Grundschulbereich besitzt der Landkreis Greiz ein größeres Potential für diesen Wettbewerb, das für das kommende Jubiläumsjahr erschlossen werden sollte. Sieger im Kampf um den Rudi-Geiger-Pokal 2015 wurde die Mannschaft der Grundschule Auma, gefolgt von der Schulmannschaft der Grundschule Frießnitz und der Mannschaft der Grundschule Greiz-Irchwitz.
Auch das Turnier der Juniorenklasse für Berufsschüler und Gymnasiasten um den Pokal der Euregio Egrensis 2015 kann als Erfolg gewertet werden, wenn es auch in diesem Jahr erneut nicht gelang, die vogtländischen und oberfränkischen Bildungseinrichtungen in diesem Wettbewerb einzubeziehen. Erfreulich die erneute Teilnahme tschechischer Junioren aus dem Raum Karlovy Vary am Turnier in Greiz. In diesem Jahr erkämpften die Junioren des SOS Pg Sportgymnasium Karlovy Vary den begehrten Pokal der Euregio Egrensis 2015. Die Mannschaft des Konrad-Duden-Gymnasiums Schleiz konnte ihren Vorjahreserfolg nicht wiederholen, musste sich den tschechischen Sportkameraden beugen und erkämpfte die Silbermedaille respektive den zweiten Platz in diesem Turnier. Platz 3 erkämpften sich die Junioren des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Zeulenroda.
Eine Hallenfußballturnierserie, das Rudi-Geiger-Turniers 2015, für die Schuljugend der Region, die auf eine lange Tradition verweisen kann und schon eine ganze Generation von Schülerinnen und Schülern beim Kampf um das runde Leder bewegt hat. Ein sportliches Projekt unter der Hauptträgerschaft des Schulamtes Ostthüringen mit seinen Schulsportkoordinatoren. Doch erstaunlich und unverständlich, sie fehlten beim Turnier und glänzten durch Abwesenheit! Sie überließen die Vorbereitung und Durchführung dieses Turniers ( es fand an 5 Tagen statt ) den Greizer Sportlehrern Peter Steinert, Gabi Giegling sowie Wolfgang Bunge ( er befindet sich bereits im Ruhestand ), dem 1. SSV Greiz sowie dem Kreissportbund Greiz, obwohl diese nur mittelbare Partner dieses Wettbewerbes sind. Ebenso unverständlich, dass es dem Schulamt Ostthüringen bis heute nicht gelungen ist, im Rahmen des Projektes Euregio Egrensis mit den zuständigen Schulbehörden aus Westsachsen und Oberfranken zu sprechen und die Wiedereingliederung in diesen europäischen Wettbewerb voran zu treiben. Ergibt sich die Frage, ob der europäische Gedanke im Zusammenleben der jungen Generation beim Schulamt Ostthüringen nicht gewollt ist, oder ob dafür im sportlichen Bereich der Schuljugend kein Interesse von den politisch Verantwortlichen gesehen wird.
Das Rudi-Geiger-Turnier im Hallenfußball der Schuljugend der Region ist ein erfolgreiches Sportprojekt mit Tradition, doch bedarf dieses für die Zukunft eines größeren Engagements der politisch Verantwortlichen, insbesondere des Schulamtes Ostthüringen. So wäre unter anderem auch die Erforschung und Dokumentierung dieses traditionsreichen Wettbewerbes und seiner Geschichte im Rahmen einer Seminarfacharbeit an einem regionalen Gymnasium sicher eine lohnenswerte Aufgabe, die die Region und ihre jüngere sportliche Fußballgeschichte in das Bemühen um die weitere touristische Erschließung des Vogtlandes einschließt und somit auch einen wirtschaftlichen Faktor für das Territorium darstellt. Wie sagt schon der Volksmund:„Aufgaben gibt es genug, packen wir es an!“

Peter Reichardt @12.02.2015

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