Solarenergie auch in Greiz-Gommla

Solarenergie auch in Greiz-Gommla
Herr Geßner von der Firma Hahn erklärt die technischen Daten der Solaranlage

Stets reichlich Sonnenschein – Am Sonnabend wurde der erste Solarpark in Greiz auf dem Areal einer ehemaligen Hausmülldeponie offiziell eingeweiht.

GREIZ. Am Sonnabend wurde er feierlich eröffnet: der Solarpark auf dem Gelände der geschlossenen Deponie in Greiz-Gommla. Damit wurde auch in der vogtländischen Kreisstadt ein Stück deutscher Energiewende praktiziert. Die von der Greizer Firma Hahn Elektroanlagen GmbH errichtete und von der Husumer WNK AG betriebene Freiflächen-Photovoltaikanlage liefert seit 28. Juni Solarstrom so viel, um 1300 Drei-Personen-Haushalte mit Energie zu versorgen. Die Hausmüll-Deponie wurde im Jahr 2001 stillgelegt und anschließend rekultiviert.

Mit der Inanspruchnahme der stillgelegten Altdeponiefläche etwa 8,2 Hektar – zur Errichtung eines Solarparks, sollte die Nutzung erneuerbarer Energien unterstützt und gleichzeitig die Neubeanspruchung von Landschaft vermieden werden, wie der Geschäftsleiter des Abfallwirtschaftzweckverbandes Ostthüringen (AWV), Dietmar Lübcke bei einer der zahlreichen Führungen durch das Areal erklärte. Viele Interessierte nutzten den Tag der offenen Tür, um sich zu informieren und von den Fachleuten brennende Fragen beantwortet zu bekommen. Bereits seit vier Jahren war der AWV bestrebt, diesen Solarpark zu errichten und stellte das Projekt unter dem Motto Sonnige Aussichten der Öffentlichkeit vor. Ursprünglich wollte der Verband im Interesse aller Gebührenzahler selbst investieren, damit die Bürger nicht nur von den Pachteinnahmen der Fläche, sondern auch von den Erlösen aus der Einspeisung des gewonnenen Stroms profitieren könnten, wie Dietmar Lübcke in seinen Eröffnungsworten betonte. Das Vorhaben habe allerdings so nicht umgesetzt werden können.

Trotz mehrerer Anläufe scheiterte das Projekt an der Thüringer Kommunalordnung, so der AWV-Chef. Eine öffentlich-rechtliche Körperschaft dürfe sich nicht unternehmerischen Risiken aussetzen, lautete die Begründung der Gesetzgeber. Als Baustein im Rahmen der Energiewende bezeichnete Lübcke den Solarpark, der mittels 23000 Modulen eine jährliche Leistung von 4500 kWp erzeuge und zudem der Umwelt über 2,2 Millionen Kilogramm Kohlendioxid erspare. Bis zum Jahr dauere 2035 dauere die Nachsorge der Deponiefläche, für die der Zweckverband verantwortlich ist; 9,5 Millionen Euro sind dahin in dieses Projekt geflossen, wie Dietmar Lübcke sagte und dem Objekt stets reichlich Sonnenschein wünschte.

Antje-Gesine Marsch @04.08.2012

2 Kommentare zu Solarenergie auch in Greiz-Gommla

  1. Hallo, Herr Nitschke,
    ein sehr aufschlussreicher Beitrag, den ich mich großem Interesse las. Ich bin auch kein Verfechter der Solarenergie, aber vier Prozent sind ja nicht schlecht im Atomkraft-Ausstieg. Die Autorin hat keine Wertung eingebracht, sondern nur sachlich über die eröffnung berichtet. Ich war zur Führung über das Gelände dabei und es kamen viele – sehr viele – kritische Dinge zur Sprache. Zum Beispiel, wa sist, wenn sich Tiere zwischen den Modulen bewegen oder wo der kleine Bach ist, der mal über das Gelände floss. Die Leute werden m.E. offener und fragen mehr nach. Mit den Lobbyisten haben Sie natürlich recht. Geld regiert die Welt!!!!

  2. „Solarpark Gommla kann Kleinstadt mit Strom versorgen“ Wenn ich so etwas lese komme ich vor Lachen nicht in den Schlaf. Gern beeindrucken die Photovoltaiklobbyisten die unbedarfte Öffentlichkeit mit Zahlen über die Leistungsfähigkeit ihrer Produkte. Und auch der AWV Ostthüringen mit seiner Betreibergesellschaft aus Husum putzt sich damit.

    „Knapp 4500 kWp beträgt die Nennleistung des Solarstromwerkes und mit der Elektroenergie die erzeugt wird können etwa 1300 Drei-Personen-Haushalte versorgt werden.“

    Leider vergessen die Betreiber mitzuteilen, dass es sich hierbei nur um theoretische Werte handelt. Bedauerlicherweise bringen diese Anlagen ihre Spitzenleistung nur bei optimaler Bestrahlung, perfektem Zenitwinkel und idealer Modultemperatur. Alle Photovoltaikanlagen der Bundesrepublik tragen kaum vier Prozent zur Gesamtstromversorgung bei, und das auch noch zu unberechenbaren Zeiten. Nachts stellen sämtliche Solarmodule auf einen Schlag den Betrieb ein; im Winter erzeugen sie auch tagsüber kaum Strom. Im Sommer hingegen steht zur Mittagszeit mitunter sogar viel zu viel Strom zur Verfügung, ohne dass es genug Speicherkapazitäten gäbe. Und auch die Verteilnetze sind nicht darauf ausgelegt, dass Tausende Photovoltaik-Besitzer mal Strom abzapfen und mal einspeisen.

    Photovoltaik ist, wissenschaftlich nachgewiesen, die ineffizienteste Technologie bei den erneuerbaren Energien. Seltsamerweise (den Lobbyisten sei Dank) wird sie aber am stärksten gefördert. Auf sie entfallen fast 50 Prozent der gesamten Ökostrom-Subventionen bei nur 20 Prozent der geförderten erneuerbaren Energie. Bei der Windenergie sind die Relationen umgekehrt. Für gleiches Geld liefert Wind gut fünfmal mehr Strom als die Sonne, Wasserkraftwerke liefern sechsmal mehr, Biomassekraftwerke immerhin dreimal so viel. Dementsprechend gering ist der Beitrag der Photovoltaik zum Klimaschutz.

    Die Folgen dieser verfehlten Förderpolitik werden die Bürger demnächst mit erhöhten Strompreisen zu tragen haben. Nachdem das Umweltministerium sich jetzt entschieden hat, ausgerechnet die teuerste und hierzulande ineffektivste Technologie auch in Zukunft mit den meisten Subventionen zu päppeln lässt sich klar erkennen wer die Gewinner sind: Die Solarindustrie und deren Lobbyisten.

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