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Sonderausstellung zum 160. Geburtstag von Carl Röder eröffnet

Sonderausstellung zum 160. Geburtstag von Carl Röder eröffnet
Museumsdirektor Rainer Koch im Gespräch mit Sopranistin Simone Ditt (M.) und Konzertpianistin Irina Troian im Großen Fürstensaal.

Welturaufführung von zwei Liedern als Höhepunkt der Vernissage im Oberen Schloss Greiz

GREIZ. Dem Greizer Bildhauer Carl Röder ist anlässlich dessen 160. Geburtstages die aktuelle Sonderausstellung auf dem Oberen Schloss gewidmet, die am Donnerstagabend im Beisein des Wirtschaftsförderers Stephan Marek, dem Kulturausschussvorsitzenden Christian Tischner (CDU), Mitgliedern des Stadtrates und des Fördervereins im Großen Fürstensaal feierlich eröffnet wurde. Museumsdirektor Rainer Koch unterstrich die Wichtigkeit Röders Werke, die er testamentarisch der Stadt Greiz überschrieben hatte und ging auf dessen Biografie ein:

Zur Biografie

Der Greizer Künstler Carl Röder wurde am 21. Februar 1854 in der Greizer Parkgasse als Sohn eines Webers geboren. Nach einer Lehre in der Druckerei Löffler & Co. absolvierte er ein Zeichenstudium an der Dresdner Kunstakademie, arbeitete freischaffend und gehörte im 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Künstlern Sachsens. Selbst für die Ausgestaltung der Akademie wurde er mit herangezogen. Für die Plastik Adam und Eva« bekam er einen Akademiepreis verliehen. Carl Röder, der als junger Mann von Greizer Bürgern, unter anderem vom Hoffotografen Heinrich Fritz finanziell unterstützt wurde, stellte sein Leben ganz in den Dienst der Kunst. Heinrich Fritz beschreibt den Künstler als schlicht, genügsam und bescheiden , aber auch vogtländischen Dickschädel. Röder bereiste zu Studienzwecken Italien und hielt sich sogar in den USA auf. Bevor Röder nach vielen Schicksalsschlägen vereinsamt in Dresden starb, legte er testamentarisch fest, dass die Stadt Greiz seinen künstlerischen Nachlass erben solle. Er verstarb am 17. Februar 1922 in Dresden.

Röders Nachlass wird dem Greizer Geschichtsverein übereignet

Im Jahre 1997 wurde das Museum der Stadt Greiz im Unteren Schloss zuvor war es Kreisheimatmuseum oder Teil der Staatlichen Museen Greiz in Trägerschaft der Stadt Greiz übernommen und das Japanische Zimmer zu Ehren an den berühmten Sohn der Stadt als Carl-Röder-Kabinett eingerichtet. Im Zuge vieler Umstrukturierungen änderte sich nicht zuletzt durch den unermüdlichen Einsatz von Museumsleiter Rainer Koch, der seit 2005 in Greiz wirkt das Profil des Museums komplett. Für Sonderausstellungen, die den hohen fürstlichen Räumen in der Beletage entsprechenden Tribut zollen, erfolgte die Auflösung des Zimmers. Doch der Nachlass von Röder sei in den Museen der Residenzstadt, wie das Haus seit wenigen Jahren heißt, in besten Händen, wie Rainer Koch versichert. Die Erbschaft bestehe unter anderem aus elf Bronzeplastiken, 17 Gipsmodellen, zwei Marmorbüsten, 64 Handzeichnungen und Grafiken, 123 Skizzen, fünf Fotos und 14 Briefen des Künstlers.
Neben den beiden berühmten Großplastiken Adam und Eva sowie Huckauf, die bis zur Sanierung des Gartensaals 2010 im Sommerpalais standen, gibt es in Greiz eine dritte Plastik des Bildhauers Carl Roeder, die man bis heute in der Goetheschule der Gebäudeteil wird allerdings seit einigen Jahren vom Staatlichen Förderzentrum Friedrich Fröbel genutzt in der Marienstraße findet: Die Gruppe vom Getreuen Eckart. (Die vierte Großplastik Roeders, die Germania, die sich auf dem Denkmalsplatz befand, wurde nach dem 2. Weltkrieg 1945 abgerissen.).

Huckauf sucht neues Domizil

Die aktuelle Diskussion um den Verbleib des Huckauf und die damit verbundene Domizil-Suche sprach Museumsdirektor Koch an diesem Abend auch an. Da Gips ein hochsensibles Material ist, das weder Temperatur-noch Luftfeuchtigkeitsschwankungen verkraftet, sei es schwierig, einen geeigneten Standort für die Großplastik zu finden. Wenn ein Teil davon abbricht, wäre das für alle Zeit Vergangenheit, beschrieb Rainer Koch die Empfindlichkeit der Substanz. Dass Huckauf bald einen geeigneten Standort findet, wünscht sich auch Monika Zien von Herzen. Für sie wäre im Oberen Foyer der Vogtlandhalle Greiz der geeignete Platz. Quasi die weiße Plastik im Pendant mit den schwarzen Schattenrissen Henrik Schrats.

Welturaufführung zweier für Carl Röder komponierter Lieder

Einen ganz besonderen Ohrenschmaus konnten die Vernissagegäste an diesem Abend als Höhepunkt erleben: Sopranistin Simone Ditt und Konzertpianistin Irina Troian brachten zwei Lieder zu Gehör, die der Zeulenrodaer Komponist Otto Hohlfeld – einer der größten Violinisten seiner Zeit für Carl Roeder komponierte. Es handelt sich um eine Welturaufführung, wie Museumsdirektor Koch zu verstehen gab. Zwiegesang und Lehre mich, oh Wald wurden von Simone Ditt in lyrischer Beseeltheit und doch volksliedhaft schlichtem Stil interpretiert. Die beiden Lieder sind so schön, die werden wir in unser Programm aufnehmen, wie die beiden Künstlerinnen einhellig beschlossen.

Antje-Gesine Marsch @28.02.2014

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