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Strongman-Sport: Markus Kerbein auf dem Weg in die Pro League

Strongman-Sport: Markus Kerbein auf dem Weg in die Pro League
Eindrücke von Strongman-Wettkämpfen. Foto: privat - mit freundlicher Genegmigung von Markus Kerbein

Im Team von Rotation Schuppen Greiz sind vier Männer im Strongman-Sport aktiv – Eine moderne Sportart mit antiken Wurzeln ist auf dem Vormarsch

GREIZ. Seit drei Jahren macht eine Gruppe junger, kräftiger Männer bei regionalen Spaßwettkämpfen auf sich aufmerksam: Das Team von “Rotation Schuppen”.
“Wir treffen uns manchmal zum Bier bei Erik im Schuppen – und der ist Ringerfan”, erklärt Markus Kerbein aus Schömberg bei Weida augenzwinkernd den Namen der Truppe.
Doch steckt bei ihm, sowie Manuel Bergner, Jerome Boxhorn und Peter Pliefke weit mehr hinter den spektakulären Auftritten eines eingespielten Teams in der Öffentlichkeit: Diese vier Männer üben den Strongman-Sport aus – eine moderne Sportart, die auf antiken Gladiatorenkämpfen und verschiedenen, bis heute erhaltenen Traditionen basiert.
Die so entstandenen Wettkämpfe stellen die unterschiedlichsten Anforderungen an Körper-und Muskelgruppen. Gegenstände aus dem Alltag, beispielsweise Traktorreifen, werden dabei verwendet.
“Bis jetzt ist die Sportart leider noch nicht so bekannt”, bedauert Markus Kerbein. “Anders als beim Bodybuilding achten die Strongmans nicht auf ihr muskulöses Aussehen, sondern stellen die reine Muskelmasse in den Vordergrund”, erklärt der 29-Jährige.
Zu den Disziplinen der Strongmans gehört beispielsweise die Disziplin “Wheelflip”, bei der es gilt, einen rund 300 kg schweren Reifen sechsmal umzudrehen. Oder beim Truck Pull das Ziehen eines Zwölftonner-LKW’s über eine entsprechende Distanz. Beim “Farmerswalk” sind “Koffer” über eine bestimmte Strecke zu tragen; beim Loglift müssen 100 kg schwere Baumstämme über den Kopf gehoben werden.
Viel zu essen, vor allem Kohlenhydrate, gehört neben dem täglichen Training zu den wichtigsten Herausforderungen eines Strongmans. 5000 bis 6000 Kalorien nimmt Markus Kerbein pro Tag zu sich. Trainiert wird in einer eigens hergerichteten Garage, in der alle Materialien bereitliegen. Nicht immer einfach; schließlich arbeitet der junge Mann als Bäcker, was bekanntlich mit sehr frühem Aufstehen verbunden ist. Am Nachmittag trotzdem an die Geräte zu gehen und den Körper zu stählen, bedarf sicher täglicher Überwindung, der sich Markus Kerbein mit höchster Motivation stellt.
Schließlich verfolgt der junge Mann ein großes Ziel: Er möchte in der Pro League – der höchsten Liga – mitmischen. Über die gesamte Saison werden in der 2. Liga Punkte gesammelt – die Top 3 müssen aufsteigen, die nächsten drei haben die Option. Die German Pro League Cups gelten als Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft – Stärkster Mann Deutschlands. Die Vorstellung, beim Kampf um den Titel “Stärkster Mann der Welt” ganz vorn mit dabei zu sein, treibt Markus Kerbein mit Macht an.
Dabei hat der Athlet beste Chancen, den Schritt ins Strongman-Oberhaus zu vollziehen: Derzeit rangiert er auf Aufsteiger-Platz 5. Der nächste Wettkampf – das entscheidende Finale – findet am 9. September in Leipzig statt.
Als Athlet der Pro League wird der Sportler deutschlandweit unterwegs sein – auch eine finanzielle Schwierigkeit. So würde er sich sehr über Sponsoren freuen, die ihm unter die Arme greifen. Unterstützung erfährt der 130-kg-Athlet bislang von einer Weidaer Druckerei und auch Leuten, die ihm das entsprechende Trainingmaterial zur Verfügung stellen.
Dafür ist er dankbar; auch dafür, dass seine Verlobte Nicole Höfer ganz fest zu ihm und seinem Sport hält. Dass seine Nachbarschaft in Schömberg sein Training so positiv akzeptiert, sei ebenso keine Selbstverständlichkeit.
Seinen Kindern irgendwann einmal zu berichten, dass er beim Strongman-Sport größte Erfolge erzielte, habe auch eine Vorbildwirkung, zeigt sich der Athlet überzeugt.
Dabei hat Markus Kerbein ganz konkrete Pläne: Bis zum 33. Lebensjahr will er aktiv den Strongman-Sport betreiben. Gut vorstellen könnte er sich, anschließend als Trainer zu arbeiten und entsprechende Sportler aufzubauen.
Den Sport noch bekannter zu machen, selbst erfolgreich zu sein und Interessierte zu gewinnen, die sich diesen hohen athletischen Herausforderungen stellen, ist sein erklärtes Ziel, das er mit ganzer Kraft verfolgt.
So will er im kommenden Jahr am Hermsdorfer GLOBUS-Markt, seinem Arbeitgeber, einen eigenen Wettkampf der Zweitliga organisieren. “Die Firma steht diesem Sport sehr offen und aufgeschlossen gegenüber”, betont Markus Kerbein. Verbinden und unterstützen will GLOBUS das Ganze mit einem großen Kinderfest.

Antje-Gesine Marsch @08.08.2018

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