Superleistung der Greizer Ringer in Bayern

Superleistung der Greizer Ringer in Bayern
Das Team der Ringer in Aichach. Links Trainer Falk Schlehan, rechts Erhard Schmelzer. Foto: RSV Rotation Greiz

Nach Sieg in der Vereinswertung beim Foeldeak-Turnier im letzten Sommer erhielten Sportler die Einladung
AICHACH/GREIZ. Das Pflaster, oder besser gesagt die Ringermatte in Aichach, scheint den Greizer Ringern zu liegen. Nach dem Sieg in der Vereinswertung beim Foeldeak-Turnier im letzten Sommer, der in bayerischen Ringerkreisen für Aufsehen sorgte, erhielten die Greizer Ringer eine Einladung vom Veranstalter für eines der größten Nachwuchs-Traditionsturniere in Bayern, dem Wittelsbacher Land-Turnier. Mit Freude nahmen die Greizer das Angebot der schwäbischen Gastgeber an, in der geräumigen Sporthalle zu übernachten. Nach der Abreise am Freitag und der sehr späten Ankunft am Wettkampfort wurde die Nacht zusammen mit drei italienischen Teams und einer tschechischen Mannschaft in der Sporthalle verbracht. Zu später Stunde kam es auf den Ringermatten sogar noch zu einer ersten Fußball-Revanche zur deutsch-italienischen Champions-League-Begegnung vom letzten Mittwoch.
Bei der Vorbereitung lief allerdings nicht alles optimal. Am Abreisetag musste die Mannschaft noch verändert werden, nachdem einige Sportler wegen Verletzung und Krankheit ausgefallen waren. So stieg noch ein Sportler in den von der Firma Ziba-Bau zur Verfügung gestellten Kleinbus, der 15 Minuten vor Abfahrt noch nichts von seiner Teilnahme wusste. Die Wettkampfreise wurde ein voller Erfolg. Das Turnier war mit 348 Sportlern aus Bayern, Baden-Württemberg, Italien, Österreich, Tschechien und Moldawien sehr stark besetzt. Von 8 bis 19 Uhr herrschte Wimmelbildatmosphäre in der Halle. Die Organisatoren leisteten mit großer Helferschar Vorbildliches. Aber auch die Aktiven wurden voll gefordert. Sieben der elf startenden Greizer Sportler hatten mehr als 14 Gegner in ihren Gewichtsklassen. Dadurch mussten die RSV-Sportler 56 Kämpfe bestreiten. Dabei schnitten sie hervorragend ab und konnten 44 Vergleiche für sich verbuchen. Nur 12 Kämpfe gingen verloren. Zwar konnte der Mannschaftssieg vom letzten Jahr nicht wiederholt werden, doch mit je drei Gold- und Silber-, zwei Bronzemedaillen sowie je einem vierten und fünften Platz wurde unter 44 Vereinen mit 46 Punkten ein hervorragender dritter Platz belegt. Berücksichtigt muss dabei werden, dass die beiden vor Greiz platzierten Teams, Johannis Nürnberg (56 Punkte) und StTV Singen (54 Punkte) jeweils genau doppelt so viele Sportler auf die Matten brachten.
Die in Bayern erzielten Resultate sind allerdings nicht nur statistisch interessant, viel wichtiger war der technisch-taktische Auftritt auf den sechs Aichacher Matten. Hier, wie auch im konditionell-kämpferischen Bereich, konnten auf breiter Ebene signifikante Fortschritte festgestellt werden.
Beim Gewichtmachen hatte sich Abdul Galamatov zwar etwas verkalkuliert, beherrschte das Neunerfeld in der 58 kg-Klasse der A-Jugend aber eindeutig. Bester Kampf der Schultersieg gegen den italienischen Auswahlringer Eugenio Coscino (Neapel), der Dritter wurde. Nach achtmonatiger Verletzungspause braucht Lucas Kahnt noch etwas Zeit, um wieder in Form zu kommen, zumal er nun in der 63 kg-Klasse startet. Am Anfang noch etwas unsicher, konnte er aber vier seiner fünf Kämpfe gewinnen und die Silbermedaille in Empfang nehmen. Bei der B-Jugend machte sich durch die zeitgleich stattfindenden deutschen Meisterschaften das Fehlen der Spitzenringer bemerkbar. Rasul Galamatov (46 kg) benötigte bei seinen Erfolgen im Pool nie mehr als eine Minute Kampfzeit. Im Finale wartete aber eine besonders harte Nuss. Aus dem Geburtsort Taraklia des Greizer Ringerdenkmals Victor Peikov war Lesic Iliea aus Moldawien angereist. Mit einer Superleistung konnte der Greizer einen 2:4 Rückstand noch in einen knappen 6:4 Sieg ummünzen. Auch der dritte der Galamatov-Brüder, Ibrahim (C/31 kg), war nicht zu schlagen. Mit fünf Siegen bei einem Punktverhältnis von 65:4 wurde im Finalkampf der Tschetschene Magomed Dadaev (Salzburg) eindeutig mit 14:2 bezwungen. Shey Juschaev (C/34 kg) hatte 23 Gegner und verfehlte mit vier klaren Siegen die Medaillenränge als Vierter hauchdünn. Während die Niederlage im Poolfinale kaum vermeidbar schien, war der Sieger im Kampf um Bronze leistungsmäßig nicht so weit entfernt. Andreas Suttner (C/38 kg) gewann fünf seiner sieben Kämpfe und konnte unter 20 Sportlern Rang 5 erkämpfen. Unter den 15 Sportlern in der 29 kg-Klasse der D-Jugend waren auch fünf Mädchen. Ganz vorn konnten sich nur die Schwestern Erna (Zweite) und Hilla Suttner (Dritte) platzieren. Beide unterlagen gegen Turniersieger Alex Vishniakov (Johannis Nürnberg) Auch in der 31 kg-Klasse waren zwei Greizer am Start. Auf Wunsch der gegnerischen Trainer wurde im Pool A noch eine Zwischenrunde gerungen, so dass abweichend vom Protokoll Berta Suttner insgesamt acht Kämpfe bestreiten musste und doch noch Poolsiegerin wurde. Im Finale unterlag sie dem Weißenburger Erik Vinkovics allerdings eindeutig. Dieser hatte im Pool B Shaid Juschaev aus dem Rennen geworfen, der als Siebter nicht in die vorderen Ränge kam. Das Ausscheiden war aber mehr als unglücklich. Nach zwei Schultersiegen führte der Greizer gegen den späteren Vierten aus Regensburg, Jonas Zimmermann 15:1 und sah schon wie der sichere Sieger aus, als er noch eine Schulterniederlage einstecken musste. Als jüngste Starterin kam Saskia Suttner (E/25 kg) im Fünfzehnerfeld mit vier Siegen auf Platz drei.

Erhard Schmelzer @22.03.2016