Tastenzeit und Sangesfreud im Unteren Schloss

Tastenzeit und Sangesfreud im Unteren Schloss
Die kleine Gesangsgruppe der Klasse Christiane Lorenz bei ihrem Auftritt.

Greizer Musikschüler der Abteilungen Tasteninstrumente und Gesang stellen sich in einem gemeinsamen Konzert vor
GREIZ. Nachdem in den letzten beiden Wochen bereits die Abteilungen Blechbläser und Zupfinstrumente zu Schnupperkonzerten in den Weißen Saal einluden, folgten am Samstag die Schüler, die an der Kreismusikschule „Bernhard Stavenhagen“ ein Tasteninstrument lernen bzw. Gesangsunterricht erhalten. „Tastenzeit – Sangesfreud“ titelte die Veranstaltung, die von Musikpädagogin Cirsten Wetzel moderiert wurde.

Mit den zwei frischen Liedern „Blumen hab ich mir bestellt“ und „Der verrückte Bauernhof“ eröffnete die Kleine Gesangsgruppe der Klasse Christiane Lorenz den musikalischen Reigen. Dass die Jüngsten mit erst einem Jahr Musikunterricht durchaus in der Lage sind – fleißiges Üben vorausgesetzt – kleine Stücke zu präsentieren, bewiesen der fünfjährige Gustav Dietzsch mit einem „Alten Tanz“ und einem „Menuett“ von Leopold Mozart, sowie die sechsjährige Emely Wünscher mit einem „Andantino“ nach Diabelli. Vierhändig präsentierten die Geschwister Charlotte (10) und Linus Baron (8) Heinrich Wohlfahrts „Musikalischen Kinderfreund“. Denny Stiben (7) und Anne Pätzold (8), beide ebenfalls im 1. Unterrichtsjahr Akkordeon, spielten zwei kleine Stücke von Hans Luck, bevor die zehnjährige Alexa Pahlke auf dem Keyboard Pete Seegers „Sag mir, wo die Blumen sind“ zu Gehör brachte. Seit einigen Jahren ist Clara Schneidenbach (Sopran) im Fach Gesang solistisch aktiv – am Samstag sang sie Franz Schuberts Kunstlied „Heidenröslein“.

Einige Klassiker, die seit vielen Jahren zum Lehrstoff für junge Pianisten gehören, wurden im Anschluss von Tony Schmidt (9), Michael Obenaus (10) und Pia Neumann (12) intoniert. Tony, im zweiten Unterrichtsjahr, spielte Dmitri Schostakowitschs „Marsch“; Michael, im fünften Jahr, den „Wilden Reiter“ von Robert Schumann und Pia, die seit sechs Jahren Klavierunterricht erhält, Dmitri Kabalewskis „Scherzo“.

Sehr innig sangen Clara Schneidenbach und Julienne Keil den Mitte des 19. Jahrhunderts von Franz von Woyna komponierten Titel „Und der Hans schleicht umher“. Für Ludwig Dörre (Fagott) und Kilian Strubel (Klavier) war der Auftritt am Samstagvormittag eine „kleine Generalprobe“, wie Cirsten Wetzel informierte. Am kommenden Wochenende werden die beiden Jugendlichen die Greizer Musikschule beim Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ in Sondershausen vertreten. Mit dem „Funeral March“ von Charles Gounod bewiesen sie beim Konzert Können und hohe Musikalität.

Ein Achtungszeichen setzten die beiden Gesangsschüler Josua Günther (17) und Elias Amler (18) aus der Klasse von Markus Dietzsch. „O Isis und Osiris“ aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ wurde von Josua ausdrucksvoll und stimmschön interpretiert – Elias sang Franz Schuberts „Ständchen“ und demonstrierte eindrucksvoll seine stimmliche Weiterentwicklung.
Einen Ausflug in die Welt der modernen und Filmmusik unternahmen die Musikschüler an diesem Vormittag ebenfalls. Hanna und Daniel Lautenschläger, beide im zweiten Unterrichtsjahr, spielten Hans-Günter Heumanns “One o’clock rock”. Alexandra Karg interpretierte Bette Middlers “The Rose” aus dem gleichnamigen Film. Obwohl die Sechzehnjährige erst seit zwei Jahren Klavierunterricht erhält, bewies sie ihr bereits angeeignetes Können. Die zwölfjährige Lena Felgner, die seit sechs Jahren Schülerin der Musikschule ist, interpretierte virtuos den Titelsong des Films “Die fabelhafte Welt der Amelie” von Yann Tierssen, bevor sie gemeinsam mit Cirsten Wetzel im vierhändigen Spiel den Titel “Above the clouds” von Oxana Krut zu Gehör brachte und im Wechsel warme, volle Klänge mit feinen Passagen verband.

Wer Gesangspädagogin Christiane Lorenz kennt, weiß, dass es bei ihr nicht ohne ein gemeinsam gesungenes Lied geht. Beim Titel “Singen bringt Freude ins Herz – von Musikschulleiter Ingo Hufenbach am Klavier begleitet – wurden alle Gäste der Veranstaltung mit Notenblättern versorgt und für das Singen des Kanons begeistert.

Schnupperkonzerte zu geben, hält Ingo Hufenbach für wichtig, wie er betonte. “Dabei kann man die Vielfalt der Arbeit an unserer Schule publikumsnah erleben.” Das besondere an den einstündigen Konzerten sei, dass nicht nur Fortgeschrittene ihr Können präsentieren, sondern auch die Jüngsten oder Schüler, die noch am Anfang ihrer Ausbildung stehen, ein Podium bekommen. Zudem lerne man sich so besser kennen, spricht Ingo Hufenbach aus Erfahrung. Dadurch – auch fachübergreifend – zu hören, was die anderen machen und vielleicht sogar neue musikalische Konstellationen zu entdecken, sei ebenfalls ein Anspruch.

Cirsten Wetzel bedankte sich abschließend bei allen am Konzert Beteiligten, sowie den Lehrkräften, die die Veranstaltung halfen vorzubereiten.

Antje-Gesine Marsch @13.03.2016

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