Vielfalt der Klangfarben bei Benefizkonzert erlebt

Vielfalt der Klangfarben bei Benefizkonzert erlebt
Der Chefdirigent der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach, David Marlow, dirgiert den Integrativen Chor beim Titel "Das Lied der Jahreszeiten".

Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach führt erstmals das traditionelle Benefizkonzert in der Stadtkirche St. Marien auf
GREIZ. „Ich bin erleichtert, aber vor allem sehr glücklich“, sagte der Vorstand des Diakonievereins, Dr. Wolfgang Gündel, am Samstagabend, kurz nach dem Ende des Benefizkonzertes, das die Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach nach vierzehn Jahren in der Therapie-und Gymnastikhalle Obergrochlitz zum ersten Mal in der Stadtkirche St. Marien zur Aufführung brachte. „Wieviel Farben hat die Welt“ titelte das Konzert, das „die Vielfalt der Klangfarben in die Kirche bringen wird“, wie es Dr. Gündel zu Beginn formulierte. „Ich wünsche mir, dass unsere Welt vielfältig, bunt und lebendig bleibt.“ Er dankte allen an der Vorbereitung Beteiligten für ihren großen Einsatz, besonders der Kirchgemeinde Greiz und den Musikern der Vogtland Philharmonie unter Leitung von David Marlow, die mit ihrer Musik seit Jahren die aufopferungsvolle Arbeit des Diakonievereins unterstützen. „Unser Leitbild ist der Liebe Gottes verpflichtet“, betonte der Vorstand, den es freudig stimmte, damit die „Botschaft der Nächstenliebe in die unmittelbare Lebenswelt“ getragen zu wissen.
An diesem besonderen Abend waren es vor allem Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Wolfgang Amadeus Mozart, die erklangen. Mit der „Ankunft der Königin von Saba“ aus der Händel-Oper „Salomon“ stimmten die Musiker die Gäste auf das Konzert ein. Die berühmte Arie der Almirena aus Händels Oper „Rinaldo“ – Lascia ch’io pianga“ – wurde von der überragenden Sopranistin Marie Friederike Schöder gesungen. Sie war es auch, die mit der Motette „Exsultate, Jubilate“ von Mozart einen Glanzpunkt setzte und mit glasklarer Stimme und mühelos, innig interpretierten Koloraturen die Gäste betörte.
Als wahre „Teufelsgeiger“ – im zutiefst positiven Sinne – spielten sich die Kammermusiker Stephan Freund und Sergej Synelnikow in die Herzen der Besucher. Bachs „Konzert für zwei Violinen, Streicher und basso continuo, d-moll“, BWV 1043, wurde von den beiden Violinsolisten mit höchster Virtuosität, Temperament und genialer Spieltechnik interpretiert und erntete Begeisterungsstürme. Selbst zwischen den Sätzen ließen es sich die begeisterten Zuhörer nicht nehmen, stürmischen Applaus zu spenden, was die Musiker mit Schmunzeln quittierten.
Zum Höhepunkt des Konzertes avancierte der Auftritt des Integrativen Chores, der sich aus Schülern und Lehrkräften der Carolinenschule und der Staatlichen Grundschule „Bertolt Brecht“ sowie Mitarbeitern des Diakonievereins Carolinenfeld zusammensetzt. Unter Leitung von Anja Pape interpretierten die Choristen die Stücke „A little bit music“ und „Singen wir ein Lied zusammen“, bevor sie gemeinsam mit der Vogtland Philharmonie in das „Lied der Jahreszeiten“ einstimmten. „Nur ein einziges Mal probte der Chor mit dem Orchester“, lobte Dr. Wolfgang Gündel die gelungene Aufführung, die selbst vom Chefdirigenten David Marlow mit Beifall bedacht wurde.
Mit Händels großartiger „Feuerwerksmusik“ verabschiedeten sich die Musiker an diesem Abend von den Gästen. „Sie haben heute Ihr Herz weit gemacht“, bedankte sich auch Pfarrer Michael Riedel bei den Musikern. Dass es im Jahr 2017 eine Fortführung in der Greizer Stadtkirche geben wird – daran ließen Michael Riedel und Dr. Wolfgang Gündel keinen Zweifel. Der Erlös des Konzertabends wird der Beratungsstelle des Diakonievereins “Carolinenfeld” e.V. zugute kommen. „Ein wunderschönes Konzerterlebnis“, wie eine Besucherin befand – und damit wohl allen Gästen aus dem Herzen sprach, die ihren Dank mit herzlichem Beifall und stehenden Ovationen ausdrückten.

Antje-Gesine Marsch @13.03.2016