VOGTLANDSPIEGEL: Bürgermeister-Kandidaten stellen sich den Fragen

VOGTLANDSPIEGEL: Bürgermeister-Kandidaten stellen sich den Fragen

Dreizehn Fragen – dreizehn Antworten: Die sechs Greizer Bürgermeisterkandidaten nehmen Stellung zu kommunalpolitischen Herausforderungen

Heute: Dr. Jörg Geißler (IWA)

GREIZ. Dreizehn Fragen – dreizehn Antworten: Die sechs Greizer Bürgermeisterkandidaten nehmen Stellung zu kommunalpolitischen Herausforderungen. In der Reihenfolge des postalischen/elektronischen Eingangs wurden Fragen und Antworten veröffentlicht.

Das Wort „Transparenz“ wird gern als Schlagwort eingesetzt. Was verstehen Sie im lokalpolitischen Sinn darunter?
Als Bürgermeister verplane ich am Ende die Steuergelder unserer Bürger. Deshalb bin ich den Bürgern auch rechenschaftspflichtig und vertrete deswegen die Auffassung, dass alles, was gesetzlich offengelegt werden darf, auch öffentlich gemacht wird – seien es die Ausschusssitzungen oder die Verwaltungsarbeit.

Welche grundlegenden Veränderungen würden Sie im Falle Ihrer Wahl in puncto Wirtschaftsförderung anstreben?
Die Wirtschaftsförderung würde ich sofort selbst in die Hand nehmen. Ich möchte mit allen Akteuren aus Industrie, Gewerbe und Handel eine gemeinsame Strategie erarbeiten, um die bestehenden Unternehmen zu erhalten und neue Unternehmen ansiedeln zu können.

Gibt es Ideen für spezielle Industriebereiche/Betriebe, die Sie gezielt anwerben würden?
Da die Erschließung des von mir angestrebten Gewerbegebietes „Ehemalige Plasttechnik“ nicht von heute auf morgen geschehen kann, würde ich mich auf Industriebetriebe wie Softwareschmieden, Elektronik u. ä. für Neuansiedlungen konzentrieren. Hierzu soll ein Objekt gefunden werden wie z. B. die ehemalige Post, in welchem sich Neugründer kostengünstig einmieten können, um gute Startbedingungen zu schaffen.

Denken Sie, dass man in Greiz den Zug verpasst hat, auf Investorensuche zu gehen?
Greiz hat leider viel zu lange keine aktive Industrie-, Gewerbe- und Handelspolitik betrieben. Dies spiegelt sich in dem drastischen Bevölkerungsrückgang wider.

Welchen Stellenwert haben für Sie weiche Standortfaktoren, wie beispielsweise die Kultur?
Gerade die weichen Standortfaktoren sind bei der Ansiedlung von Industrie und Gewerbe ein riesiger Vorteil für Greiz. Diese müssen richtig vermarktet werden. So beinhalten z. B. unsere einmalige Kupferstichsammlung, die historische Tatsache, dass die letzte Kaiserin aus Greiz kam und dass die ersten beiden deutschen Raumfahrer aus dem Vogtland stammen bei richtiger Vermarktung großes Potential.

Sind Sie ein Verfechter des Leitbildes der Schloss- und Residenzstadt Greiz „Fürstlich-Vogtländisch“?
Ich bin ein Verfechter eines klaren Werbekonzeptes für Greiz. Dieses muss generell überarbeitet werden. Für mich war Greiz die Perle des Vogtlandes, zu der ich die Stadt wieder machen möchte. Weithin bekannt ist Greiz aber auch als Park- und Schlossstadt.

Welche Ideen /Anreize haben Sie, um die Jugend an die Stadt zu binden respektive wieder nach Greiz zurückzuholen?
Um die Jugend an Greiz zu binden, ist es am wichtigsten, dass gut bezahlte Ausbildungs- und Arbeitsplätze durch die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe entstehen. Ungenutzte städtische Immobilien könnten wir jungen Familien kostengünstig zur Verfügung stellen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass durch eine Senkung der Kindergartengebühren die Attraktivität des Wohnstandortes Greiz steigt.
Das Freizeit- und Jugendangebot ist generell zu überarbeiten.

Die demografische Entwicklung macht um Greiz keinen Bogen. Wie werden ältere Menschen/Menschen mit Behinderungen in Greiz unterstützt?
Ich vertrete die Meinung, dass gerade unseren älteren Menschen am besten geholfen wird, wenn wir die Möglichkeiten schaffen, dass ihre Kinder und Enkel zurück nach Greiz ziehen. Über die GEWOG als städtisches Unternehmen würde ich das Wohnangebot, gerade für ältere oder behinderte Menschen ausbauen wollen. Als erste Amtshandlung würde ich in Greiz Sitzgelegenheiten für ältere Bürger schaffen.

Wie wollen Sie den Kontakt zu den Bürgern pflegen?
Mit regelmäßigen Bürgersprechstunden und Besuchen von Betrieben, Vereinen sowie Alten- und Pflegeheimen.

Welche Projekte hätten für Sie nach der Wahl absolute Priorität und würden auf der Agenda ganz oben stehen?
In den ersten 100 Tagen meiner Amtszeit möchte ich die nachfolgenden Themen ganz konkret umsetzen:
– Schrittweise Senkung aller Gebühren, die die Greizer belasten
– Kostenlose Kurzzeitparkplätze in der Innenstadt, z. B. vor der Post oder in der Marienstraße
– Chefsache – Wirtschaftsförderung ist Sache des Bürgermeisters
– Planung eines Gewerbegebietes z. B. Plasttechnik in Dölau
– Öffnung der Friedensbrücke für PKW und Zweiräder
– Überprüfung der abgelehnten Bauanträge der letzten Jahre
– Durchführung der notwendigen Umstrukturierung im Stadtplanungsamt
– Unterstützung bei der Erteilung der Baugenehmigung LIDL
– Erweiterung des Wohnbaugebietes „Am kleinen Zieger“
– Überlassung ungenutzter städtischer Immobilien an junge Familien
– Offenes Rathaus und Übertragung der Stadtratssitzungen (öffentlicher Teil) im Internet
– Kurzfristige Entscheidung über Abriss oder Nutzung der Schrottimmobilien in Greiz
– Kultur- und Tourismusamt als eigenständiges Amt
– Planung einer zeitgemäßen und sauberen öffentlichen Toilettenanlage in der Innenstadt
– Alkoholverbot an bestimmten Plätzen in der Innenstadt nach Vorbild Gera
– Konsequente Durchsetzung von Ordnung und Sauberkeit in der gesamten Stadt

Wie würde Greiz am Ende Ihrer ersten Amtszeit, also im Jahre 2024 aussehen?
Ich hoffe, dass Greiz wieder zur Perle des Vogtlandes wird. Durch die Ansiedlung, Pflege und Erweiterung von Industrie, Handel und Gewerbe steigen die Einnahmen der Stadt, sodass auch wieder mehr Geld für Vereine, Kultur, Soziales und ein schönes Stadtbild für alle Generationen zur Verfügung steht. Eine stabile Wirtschaft ist die Grundlage für ein gutes Leben und die Bindung der Bürger an die Stadt.

Wer bezahlt eigentlich Ihren Wahlkampf?
Dieser wird durch Spenden der IWA-Mitlieder und –Sympathisanten sowie mein eigenes Geld finanziert.

Warum sollten die Greizer ausgerechnet Ihnen am 15. April 2018 ihre Stimme geben?
Die CDU und die SPD hätten in Greiz jahrelang durch die Mehrheitsverhältnisse die Möglichkeit gehabt, aus der Stadt die Perle des Vogtlandes zu machen. Leider haben sie dabei kläglich versagt. Durch meine Kontakte zu Industrie, Gewerbe und Handel kann ich die Grundlagen schaffen, dass Greiz wieder zur Perle des Vogtlandes wird.

Danke für die Beantwortung der Fragen.
Antje-Gesine Marsch @12.04.2018

Dr. Jörg Geißler (IWA)
Dr. Jörg Geißler (IWA) – 100 Tage Programm