VOGTLANDSPIEGEL: Bürgermeister-Kandidaten stellen sich den Fragen

Dreizehn Fragen – dreizehn Antworten: Die sechs Greizer Bürgermeisterkandidaten nehmen Stellung zu kommunalpolitischen Herausforderungen

GREIZ. Dreizehn Fragen – dreizehn Antworten: Die sechs Greizer Bürgermeisterkandidaten nehmen Stellung zu kommunalpolitischen Herausforderungen. In der Reihenfolge des postalischen/elektronischen Eingangs werden Fragen und Antworten in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Heute: Holger Steiniger – Die Linke

Das Wort „Transparenz“ wird gern als Schlagwort eingesetzt. Was verstehen Sie im lokalpolitischen Sinn darunter?
Genau das Gegenteil dessen, was seit Jahren in der Greizer Lokalpolitik gelebt wird. Es gibt nichts zu verheimlichen und Prozesse sind oft verständlicher, wenn sie offen und nachvollziehbar geführt werden. Das verlangt nach gemeinsamem Dialog, wo am Ende vielleicht nicht immer das erhoffte Ergebnis steht – aber lieber transparent und öffentlich als weiter diktatorisch und mittels Fraktionszwang.

Welche grundlegenden Veränderungen würden Sie im Falle Ihrer Wahl in puncto Wirtschaftsförderung anstreben?
Als erstes würde ich analysieren, wer sind unsere größten Gewerbesteuerzahler, um mit diesen einen Dialog zu ihren Wünschen und Bedürfnissen zu führen. Weiterhin würde ich prüfen lassen, wo Gewerbeansiedlung möglich ist und welche Gewerbe angesiedelt werden könnten. Im Gespräch mit den Nachbargemeinden müsste ausgelotet werden, wo es Sinn macht, neue Gewerbeflächen zu erschließen. Über die verschiedenen Netzwerke muss Greiz für Investoren beworben werden. Und für ganz wichtig halte ich, die Wirtschaftsförderung der Stadt in kompetente Hände zu legen.

Gibt es Ideen für spezielle Industriebereiche/Betriebe, die Sie gezielt anwerben würden?
Ja, die gibt es, möchte ich hier aber noch nicht öffentlich machen.

Denken Sie, dass man in Greiz den Zug verpasst hat, auf Investorensuche zu gehen?
Auf alle Fälle, es wurden zahlreiche potentielle Investoren verschreckt bzw. geradewegs verjagt.

Welchen Stellenwert haben für Sie weiche Standortfaktoren, wie beispielsweise die Kultur?
Die Rahmenbedingungen wie Kultur, sportliche Betätigung, Kinderbetreuung und dergleichen passen in Greiz ganz gut. Um sich diese auch in Zukunft leisten zu können, müssen aber auch Löhne gezahlt werden, damit diese Angebote genutzt werden können. Des Weiteren müssen die Arbeitszeiten es hergeben und das Angebot muss auch auf die arbeitende Bevölkerung zugeschnitten werden.

Sind Sie ein Verfechter des Leitbildes der Schloss-und Residenzstadt Greiz „Fürstlich-Vogtländisch“?
Für mich ist und bleibt Greiz die Park und Schloss Stadt, die Perle im Vogtland.

Welche Ideen/Anreize haben Sie, um die Jugend an die Stadt zu binden respektive wieder nach Greiz zurückzuholen?
Das fängt bei Wohnungen für Familien mit Kindern an, geht über ausreichende und ansprechende Spielplätze oder genügen Kitaplätze mit arbeitnehmerfreundlichen Öffnungszeiten. Für Bauwillige sollten günstige Baugrundstücke zu Verfügung stehen und es müssen gut bezahlte sowie unbefristete Jobs angeboten werden.

Die demographische Entwicklung macht um Greiz keinen Bogen. Wie werden ältere Menschen/Menschen mit Behinderungen in Greiz unterstützt?
Hier ist mehr barrierefreier Wohnraum gefragt. Ausreichend Sitzgelegenheiten sowie saubere öffentliche Toiletten im Stadtzentrum sind nicht nur für die Entwicklung des Tourismus wichtig, sondern auch für unsere Bürger.

Wie wollen Sie den Kontakt zu den Bürgern pflegen?
Ein offenes Rathaus, jeden Monat mindestens einen Bürgertag, auch in den Ortsteilen und bürgerfreundliche Öffnungszeiten der Verwaltung. Stadtratssitzung haben immer eine Bürgerfragestunde.

Welche Projekte hätten für Sie nach der Wahl absolute Priorität und würden auf der Agenda ganz oben stehen?
Kassensturz und sich einen genauen Überblick über die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt schaffen. Öffnung der Friedensbrücke; Öffnung der Grundschule Bertolt Brecht in Obergrochlitz für die Grundschüler des Oberlandes; Beseitigung der vielen unnützen Poller in der Stadt und der Bürgerdialog.

Wie würde Greiz nach Ende Ihrer ersten Amtszeit, also im Jahre 2024 aussehen?
Ich hoffe dass es mir gelingt, den Einwohnerverlust zu stoppen. Greiz hätte mehr Ortsteile als heute, wäre größer und leistungsstärker. Verschiedene Dreckecken sind verschwunden, die Stadteinfahren sehen freundlicher, einladender aus. Die Greizer reden wieder miteinander und nicht mehr nur über einander.

Wer bezahlt eigentlich Ihren Wahlkampf?
Die Hauptlast der Wahlkosten trage ich selbst. Von der Partei Die Linke erhalte ich 500 Euro Unterstützung.

Warum sollten die Greizer ausgerechnet Ihnen am 15. April 2018 ihre Stimme geben?
Ich bin Greizer, kenne viele Missstände und traue mir auch, diese anzugehen. Ich bin kämpferisch, zuverlässig, ehrlich und kommunikativ. Ich bewerbe mich um das Amt des Bürgermeisters von Greiz, um Greiz zukunftsfähig zu machen.

Danke für die Beantwortung der Fragen.
Antje-Gesine Marsch @04.04.2018