Zeugnisübergabe am Ulf-Merbold-Gymnasium Greiz

Zeugnisübergabe am Ulf-Merbold-Gymnasiums Greiz
Am letzten Freitag erhielten die rund 80 Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2020 des Ulf-Merbold-Gymnasiums Greiz ihre Abschlusszeugnisse in der Vogtlandhalle.

Greiz. Am letzten Freitag erhielten die rund 80 Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2020 des Ulf-Merbold-Gymnasiums Greiz ihre Abschlusszeugnisse. Schulleiter Jens Dietzsch war der Stolz anzumerken, dass auch dieser Jahrgang im thüringenweiten Vergleich wieder ganz vorn mithalten kann. Seit 15 Jahren geleitet er nun Schülerinnen und Schüler zum Abiturprüfung. Jeder Jahrgang hat etwas Besonderes, wie er allen Anwesenden beschrieb. Doch auch durch die Corona-Pandemie war dieser Jahrgang außergewöhnlich. Umso stolzer verkündete er, dass sechs Abiturienten mit dem Durchschnitt von 1,0 und weitere 26 mit einem Durchschnitt bis 1,5 abgeschlossen hatten. Insgesamt liegt der Durchschnitt bei 1,87 in diesem Abschlussjahrgang.

Umrahmt von einem durch die aktuell vorherrschenden Bestimmungen geprägten Programm erhielten die Absolventinnen und Absolventen aus den Händen des Direktors ihre Zeugnisse überreicht. In die Reihe der Gratulanten reihten sich Dr. Ulf Merbold und Landrätin Martina Schweinsburg ein. Die Absolventinnen und Absolventen erhielten von Ulrich Zschegner in Vertretung von Alexander Schulze ein zusätzliches Präsent. Rakeil Saada erhielt eine Auszeichnung für das beste Mathematikabitur. Ins „Goldene Buch des Gymnasiums“ durften sich Katharina Jäger und Laura Laser eintragen. Pauline Kappert erhielt eine Auszeichnung für ihr sportliches Engangement.

Dr. Ulf Merbold erinnerte in seinem Grußwort alle Anwesenden daran, dass mit dem heutigen Tag mehr Verantwortung von dem Eltern genommen wurde und auf die jungen Erwachsenen überging. Er ermutigte sie ausdrücklich, ihren eigenen Weg zu gehen und den bei Bedarf auf zu ändern.

Isabell Kraus und Bennet Tristram hielten seitens der Schülerinnen die Dankesrede. Kurzweilig erzählten sie aus dem Schulalltag und wie sie alle lernen mussten, mit gestiegenen Anforderungen klarzukommen. Im Namen aller bedankten sie sich bei den Lehrerinnen und Lehrern für acht Jahre Geduld und Verständnis.

Meine Meinung:

Die Zeugnisübergabe ist nun vorüber. Auf Grund der zurzeit herrschenden Bedingungen war der Rahmen diesmal anders. Der eigentlich obligatorische Abschlussball fiel dem Covid-19 zum Opfer. Zwölf Jahre haben die Schülerinnen und Schüler die Schulbank gedrückt. Für die anwesenden Eltern, auch für mich, schien es doch gefühlt erst gestern gewesen zu sein, als die Kinder mit der Zuckertüte am Tag der Schuleinführung das erste Mal aus der Schule kamen.

Ich erinnere mich noch an den ersten Elternabend im Greizer Ulf-Merbold-Gymnasium vor acht Jahren. Herr Dietzsch sagte dort unter anderem: „Ich verspreche Ihnen, dass wir Ihre Kinder sicher zum Abitur führen werden.“ Für einen kurzen Moment war es in der Aula totenstill, bevor alle lachten. Acht Jahre Gymnasium schienen damals so lang zu sein. Die Welt hat sich weitergedreht und verändert. Was besser oder schlechter geworden ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Doch eines, Herr Dietzsch, möchte ich Ihnen, Ihren Kolleginnen und Kollegen bescheinigen. Sie alle haben Ihr Versprechen gehalten. Dafür danken wir Ihnen von ganzem Herzen.

In den letzten zwölf Jahren sind aus unseren kleinen Kindern junge Erwachsene geworden. Irgendwann wachte ich früh auf und meine kleine Tochter war eine junge Frau, auf die ich, ebenso wie die anderen Eltern auf ihre Kinder, mächtig stolz bin. Für uns Eltern heißt es nun, sie auf einen weiteren Abschnitt ihres Lebenswegs gehen zu lassen. Wie beschreibt es Reinhard Mey im seinem Lied „Kleines Mädchen“: „Kinder sind uns ja nur für eine kurze Zeit geliehen. Und sie sind ja gekommen, um weiter zu ziehen. Doch sie gehen zu lassen, ist die schwerste Lektion.“ Unseren kleinen großen Kindern möchte ich mitgeben: „Wenn ihr uns braucht oder vermisst, wir sind da.“

René Kramer