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Zum 40. Todestag von Walter Kopp

GREIZ. Der Arbeitersohn wurde am 15. Februar 1898 im sächsischen Crimmitschau geboren und wuchs in einer politisch aktiven Familie auf. 17-jährig wurde Walter Kopp Gewerkschaftsmitglied. Im November beteiligte er sich in Greiz aktiv an der Novemberrevolution und der Gründung eines Arbeiter- und Soldatenrates, am 8. März 1919 war er dann eines der zehn Gründungsmitglieder der Greizer KPD. Walter Kopp beteiligte sich 1920 auch an der Niederschlagung des Kapp-Putsches. Die junge KPD betraute ihn mit den Aufgaben eines Geschäftsführers und Lokalredakteurs der “Ostthüringer Arbeiterzeitung. Ab 1925 bis 1933 wurde Kopp wiederholt in den Greizer Stadtrat gewählt. Zunächst für die KPD, ab 1928 für die KPD (Opposition).

Nach der Machtübertragung an die Faschisten organisierte Kopp gemeinsam mit den Genossen beider kommunistischer Parteien und der SPD sofort eine weitverzweigte Widerstandgruppe. Doch die Gestapo konnte seiner bereits 1934 habhaft werden, Jahre im Zuchthaus und im Strafbataillon 999 folgten. Im Juni 1945 kehrte Walter Kopp nach Greiz zurück und widmete seine ganze Kraft dem antifaschistisch-demokratischen Neuanfang. Insbesondere bei der lebendigen Umgestaltung auf geistig-kulturellem Gebiet leistete er als gewählter Erster Bürgermeister vom 15. Juli 1945 bis November 1950 eine umfangreiche von seinen Mitbürgern anerkannte Arbeit.

Bereits im Jahr 1947 konnte er junge, engagierte Theaterleute aus ganz Deutschland für den Plan gewinnen, ein professionelles Theaterensemble in Greiz zu gründen. Das “Theater der Stadt Greiz” bestand bis 1963 und leistete für ein kleines Provinztheater Beachtliches: namhafte Künstler gingen aus ihm hervor.
Walter Kopps Gespür für Menschen, für Bündnispartner und kulturpolitische Initiativen waren in diesen schweren Zeiten von Erfolg gekrönt. Doch mit seiner unkonventionellen, antidogmatischen Art und vor allem wegen seiner Herkunft aus der KPD (O) war Kopp jedoch dem SED-Apparat ein Dorn im Auge und er wurde aus dem Amt verdrängt. Doch Kopp, der sich als marxistischer Humanist verstand, ließ sich weder damals noch später durch solche Intrigen beirren. Er fand im Kulturbund ein neues und ihm gemäßes Betätigungsfeld. Als dessen Erster Kreissekretär schuf er den weit über Thüringens Grenzen hinaus bekannten Klub Alexander von Humboldt”.

Im Februar 1998, dem Monat seines 100. Geburtstages wurde sein Werk wieder in Erinnerung gebracht.
Quelle: Siegfried R. Krebs

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